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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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"360 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323- 30 v. Chr.).

in Kleinasien dieses Land sofort räumen werde. Deshalb hatte er nichtentfernt an einen Einfall Lucull's gedacht und keinerlei Massregeln zurVertheidigung Armeniens getroffen, ja seine Truppen waren noch nichteinmal versammelt. So konnte Lucullus durch Armenien wie durch ihmgehöriges Gebiet ziehen, nirgends stiess er auf Widerstand, er fand viel-mehr überall die freundlichste Aufnahme Seitens der Einwohner, da erseine Armee in grösster Ordnung führte und Land wie Einwohner aufjede Weise schonte. Seine Annäherung an Tigranocerta bewog Tigranes,ihm seinen Feldherrn Mithrobarzanes mit 3000 Keitern und einer starkenAbtheilung Fussvolk entgegenzuschicken. Lucullus entsendete seiner-seits, um Mithrobarzanes zu beobachten und aufzuhalten, den Sextiliusmit 1600 Reitern und einer gleichen Zahl leichten und schweren Fuss-volks. Mithrobarzanes wurde bei einem Angriff auf Sextilius getödtet,sein Corps in die Flucht geschlagen, verfolgt und aufgerieben. Tigraneszog aus Tigranocerta ab nach dem taurischen Gebirge und begann dortseine Truppen zu sammeln. Lucullus detachirte einige Ileerhaufengegen ihn, welche mit Erfolg den kleinen Krieg führten, allein damitbegnügte er sich nicht. Mit einer Hand voll Truppen mitten in ein weitesund mächtiges feindliches Reich eingedrungen, war er überzeugt, dasser in keiner anderen Weise Erfolge herbeiführen könne, als durch einenentscheidenden Sieg im freien Felde. Deshalb belagerte er, um Tigraneszu einem allgemeinen Kampfe zu zwingen, Tigranocerta, eine Stadt,welche Tigranes erbaut und befestigt hatte und sehr liebte, in der Hoff-nung, dass Letzterer derselben zur Hülfe eilen werde, und er hattesich nicht getäuscht. So lange, als alle seine Truppen nicht vollkommenbeisammen waren, befolgte Tigranes stricte den verständigen Rath Mi-thridat's, der darin bestand, dass er sich mit den Römern durchaus inkeinen Kampf einlassen solle, in welchem sie doch unüberwindlich seien,sondern dass er sie durch Hunger bezwingen solle, indem er die zahl-reiche armenische Cavallerie verwende zur Abschneidung der Lebens-mittel für die Römer. Als sich aber unter Tigranes' Oberbefehl an260,000 Mann aus verschiedenen asiatischen Stämmen gesammelt hatten(150,000 Mann Fussvolk, 20,000 Bogenschützen und Schleuderer, 35,000Militärarbeiter, 17.000 Mann schwerer, 38,000 Mann leichter Reiterei),da hörte Tigranes nicht länger mehr auf des Mithridates Rathschläge,sondern setzte sich in Marsch nach Tigranocerta, in der Hoffnung, dasser mit dieser gewaltigen Truppenmasse die kleine Armee des Lucullusleicht erdrücken werde. Bei seinem Herannahen Hess Lucullus den Mu-rena mit 6000 Mann zu Fuss vor Tigranocerta stehen und rückte mit demRest seines Fussvolkes, das nicht über 10,000 Mann betrug, mit der ge-sammten Reiterei und 1000 Bogenschützen kühn dem Tigranes entgegen.Sofort griff er in Front, Flanke und Rücken dessen schwere, auf dem