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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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348 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

der Nähe von Rom selbst, gewagt (wobei Mithridates sie heimlichunterstützt hatte). Zu dieser Zeit bildeten sie bereits einen mächtigendrohenden Seeräuberfreistaat, dessen Mittelpunkt wie vordem das ber-gige unzugängliche Cilicien war. Hier befanden sich ihre Hauptzufluchts-stätten, Seearsenale und Etablissements. Sie hatten sogar einige mäch-tige und reiche Städte auf ihre Seite gebracht, wie z. B. Olympus undPhaseiis in Kleinasien, in deren Erstem- zugleich ihr Haupttempel undihre Schatzkammer lag. Sie besassen ganze Flotten und Heere, sowie ihreeigenen Heerführer, und nicht blos Cilicier, sondern Angehörige fastaller Völker des Orients gehörten zu ihnen, sogar Leute von vornehmerAbkunft und reiche, tüchtige und im Kriegswesen zu Lande wie zur Seegeschickte und wohlerfahrene Männer.

Zum ersten Male geriethen die Römer in den Jahren 8786 mitihnen zusammen, als Lucullus, von Sulla aus Griechenland behufs Bil-dung einer Flotte entsandt, die Operationen im ägäischen Meere eröff-nete. Später versuchte (8481) Murena, den Sulla in Kleinasien zurück-gelassen hatte, die wachsenden Erfolge der Seeräuber aufzuhalten, aberseine Bemühungen waren kraftlos und vergeblich. Im Jahre 78 wurdesogar der Proconsul Servilius mit Heer und Flotte gegen sie entsandt.Er besiegte sie zur See, obschon unter grossem eigenen Verluste, ver-folgte sie nach Cilicien, eroberte und zerstörte viele ihrer befestigten Zu-fluchtsorte, auch Olympus und Phaseiis, drang bis in das Innere desLandes vor, bemächtigte sich mit Gewalt, aber auch mit grosser Müheund Gefahr, der Stadt Isaura, unterwarf die Isaurier und kehrte nachdreijährigem Kriege (7876) mit einer grossen Zahl Gefangener nachRom zurück, wo er mit dem Triumph und dem Beinamen I s a ur i c u s be-lohnt wurde. Aber das brachte nicht den geringsten Nutzen: die See-räuber erneuerten ihre Züge'mit noch grösserer Macht als zuvor, und imJahre 75 waren die Römer abermals gezwungen, einem Prätor, MarcusAntonius (Vater des in der Folge so berühmten Triumvirs Antonius) miteiner starken Flotte und Heer gegen sie zu entsenden, bekleidet mit solchausserordentlicher Gewalt, wie sie bis dahin noch keiner der römischenFeldherren gehabt hatte, es wurde ihm nämlich die Herrschaftüber alle Rom angehörenden Seeküsten übertragen. Un-glücklicher Weise verdankte Marcus Antonius dies mächtiger Protectionund Intriguen, nicht aber seiner persönlichen Würdigkeit: Sallust schil-dert ihn als einen sorglosen, nachlässigen, verschwenderischen und inkriegerischer Hinsicht gänzlich unfähigen und unwissenden Menschen.Deshalb beschränkten sich auch alle seine Thateu auf Erpressungen anden ihm zugewiesenen Küsten und auf einen Angriff der Insel Kreta,weil sie dem Mithridates ein Hülfscorps gestellt und den Räubern einAsyl gewährt haben sollte. Von den Kretern aber zur See besiegt, schloss