3-10 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
weitesten und raschesten Märsche und fortgesetzten Nachtwachens be-fähigt ; sogar in der Mussezeit blieb er nicht unthätig, sondern lag derJagd ob, — was ihm seine genaue Kenntniss und Findigkeit im Terrainverschaffte.
§. 237.Krieg in Hispanien nach des Sertorius Tode (72—71).
Der beste Beweis für die hohen Verdienste des Sertorius liegt darin,dass nach seiner Ermordung der Krieg in Hispanien zwar noch zweiJahre (72—71) fortgesetzt wurde, aber unter beständigen Misserfolgender Marianischen und mit entschiedener Ueberlegenheit der SullanischenPartei. Unmittelbar nach des Sertorius Ermordung bemühte sich Per-perna, die Gewalt und den Oberbefehl über das Heer an sich zu reissen.Allein die dem Andenken an Sertorius ergebenen Hispanier blickten mitSchauder auf seinen Mörder, und viele Stämme entschlossen sich lieberzur Unterwerfung unter Metellus oder Pompejus. Endlich gelang es in-dessen dem Perperna, theils durch Schmeicheleien und Geld, theils durchDrohungen und Hinrichtungen, die Krieger bei den Feldzeichen zuhalten und demnächst auch zu erreichen, dass er zum Oberfeldherrn er-klärt wurde, —'aber nicht für lange. Bald hatte er seine Unfähigkeitzur Truppenführung und Militärverwaltung documentirt, und es kostetedem Pompejus nur geringe Mühe, ihn zu besiegen. Pompejus legteeinen Hinterhalt, und Perperna, mit grösster Uebereilung in die Fallegehend, wurde gefangen genommen und hingerichtet, seine Armee aufsHaupt geschlagen und vernichtet (72). Hiernach blieb den Ueberrestender Marianischen Partei in Hispanien Nichts weiter übrig, als an dieGrossmuth des Pompejus zu appelliren, und alle Städte Hispaniens, mitAusnahme von Uxama (h. Osma) und Calagurris, eilten sich ihm zu un-terwerfen. Pompejus belagerte, eroberte und zerstörte Uxama; Cala-gurris, das von Afranius belagert ward, hielt sich so lange, bis derschrecklichste Hunger die Einwohner zur Uebergabe zwang, wonach dieStadt niedergebrannt wurde (71). Damit war der sertorianische Kriegbeendet, und mit ihm verschwanden auch die letzten Ueberbleibsel derMarianischen Partei, — die Sullanische Partei blieb als die allein herr-schende im Staate übrig, obschon auch nicht für lange Zeit.