336 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
torius erfocht in seinem ersten Zusammentreffen mit Pompejus einen Er-folg über ihn, welcher sofort diesen Eindruck verwischte und die demSertorius unterstellten Römer und Hispanier in ihrer früheren Ergeben-heit befestigte, ja diese noch vermehrte. Pompejus hatte sich der von»Sertorius belagerten Stadt Laurona (man meint, dass sie unweit des h.Valencia gelegen) genähert und wollte sich einer für die Belagerndenwichtigen, aber von ihnen nicht besetzten Anhöhe bemächtigen. Ser-torius aber kam ihm zuvor, und Pompejus, ihm gegenüber stehen blei-bend, hoffte nun ihn von der Seite des Feldes her selber einschliessen zukönnen. Hiervon inKenntniss gesetzt, gelobte Sertorius spöttisch, dasser den Schüler Sülla's lehren wolle, dass ein guter Feld-herr mehr nach hinten als nach vorn sehen müsse. In derThat besetzte er die erwähnte Anhöhe mit seiner Hauptmacht, liess aberin seinem alten Lager 6000 Mann auserlesene Truppen zurück, welche,indem sie unaufhörlich drohten, den Pompejus im Rücken anzugreifen,diesen hinderten, seinerseits den Sertorius anzufallen, wenn er nichtzwischen die beiden Theile des feindlichen Heeres gerathen wollte. Diessetzte Pompejus in grosse Verlegenheit: von der Stadt abzuziehen, welchezu befreien er herbeigekommen war, erschien ihm schimpflich, und siedurch einen Kampf zu befreien, war unmöglich. Der Ueberfall einerfouragirenden Abtheilung des Pompejus durch Truppen des Sertorius,welche in einem Hinterhalt gelegen hatten und sowohl diese Abtheilungals die zu ihrer Hülfe entsandte Legion fast gänzlich aufrieben, machtedes Pompejus Missgeschick voll und zwang die Belagerten, sich demSertorius auf Capitulation zu ergeben. Sertorius schenkte ihnen dasLeben, verbrannte aber ihre Stadt vor den Augen des Pompejus,um gleich bei dieser ersten Bewegung seiner Siegesgewissheit, seinemNamen, Ruhm und Ansehen einen empfindlichen Schlag beizubringen,was er auch vollkommen erreichte. Dann wurden auf beiden Seiten dieHeere aufgelöst und bezogen Winterquartiere, die des Pompejus undMe-tellus in den Pyrenäen, wo sie den ganzen Winter hindurch vom Feindebeunruhigt wurden, — das des Sertorius in Lusitanien.
Im folgenden Jahre (76) blieb Hirtulejus im bauschen HispanienMetellus gegenüber, Sertorius dagegen zog in das östliche Hispanien(die h. Provinz Valencia) gegen Pompejus. Hirtulejus, tapfer aber nichtbehutsam genug, stiess mit Metellus bei Italica (nahe dem h. Sevilla)zusammen, führte sein Heer früh Morgens aus dem Lager und stellte eszur Schlacht auf, die besten Truppen in die Mitte, die weniger zuver-lässigen auf die Flanken. Metellus aber, Jene unter den Waffen und inder stärksten Sonnengluth bis zum Mittag stehen lassend, rückte erstnach eingenommener Mahlzeit mit seinen frischen Truppen gegen denhungrigen und ermüdeten Feind aus dem Lager, dehnte seine beiden