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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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34. Kriege der Kümer zur Zeit der inneren Unruhen (13330 v. Chr.). 313

Eupator oder den Grossen, von Pontus, und der erste römische Bürger-krieg zwischen Marius und Sulla entbrannte. Wegen der Gleichzeitig-keit und des engen Zusammenhanges dieser in kriegerischer Hinsicht sowichtigen und hemerkenswerthen Kriege, welche Italien, Griechenlandund Kleinasien nebst den dazu gehörenden Inseln umfassten, ist es un-erlässlich, sie gleichzeitig und in ihrem richtigen Zusammenhange zu be-trachten. Der Krieg gegen Mithridates begann zuerst im Jahre 89 inKleinasien und war der Anlass zu dem im nächsten Jahre (88) in Italienausbrechenden Bürgerkriege. Wir wollen deshalb zuerst die Ursachendes Mithridatischen Krieges und die Kriegsereignisse während des erstenJahres (89) betrachten.

Das kleine und schwache pontische Königreich an den südöstlichenGestaden des Pontus Euxinus begann zuerst sich zu heben seit der Re-gierung seines Königs Pharnaces (der im Jahre 156 v. Chr. starb). Aberder Einfluss der Römer in Kleinasien war seinem Wachsthum beständig-hinderlich. Pharnaces eroberte den Staat Sinope, in dem Kriege abergegen den unter römischem Schutze stehenden pergamenischen KönigEumenes und dessen Bundesgenossen ward er gezwungen, Kappadocien zuräumen. Sein Sohn und Nachfolger, Mithridates V. Euergetes (156 bis121), der Verbündete der Römer, erhielt zur Belohnung für seine Theil-nahme an der Bekriegung des Aristonicus von dem römischen Proconsul inKleinasien, Aquilius Nepos, einen Theil von Grossphrygien. Bei seinemTode ging das pontische Königreich, das sich vom Fluss Halys bis Kol-chis ausdehnte, nebst Grossphrygien und den Ansprüchen auf den Thronvon Paphlagonien, der durch den Tod des paphlagonischen Königs Py-lämenes II. erledigt war, auf des Mithridates V. 12jährigen Sohn, Mi-thridates VI. Eupator über, einen von der Natur mit aussergewöhnlichenFähigkeiten des Geistes und Verstandes begabten Jüngling. Bis zuseiner Volljährigkeit (121112) verwalteten Vormünder das Königreich,und während dieser Zeit waren zwei Umstände von besonderem Einflüsseauf Mithridates und gaben seinem ganzen Leben eine bestimmte Rich-tung. Der erste war die Tücke seiner Vormünder, welche auf alle Weiseihn aus dem Wege zu räumen bemüht waren, sodass er sich gezwungensah, dem Leben in der Stadt zu entfliehen und unter dem Vorwandekörperlicher Uebung und der Jagd auf wilde Thiere seine Zeit in un-unterbrochener Thätigkeit, Beschwerden, Gefahren uud in beständigergrösster Vorsicht hinzubringen. Das entwickelte nun zwar auf der einenSeite eine ungewöhnliche Kraft, Zähigkeit und Behendigkeit des Körpers.Muth, Ausdauer und Tapferkeit bei ihm, andererseits aber verwildertees ihn, machte ihn grausam und beraubte ihn der Vorzüge einer besserenBildung. Der zweite und weit wichtigere Umstand war die AbtrennungGrossphrygiens vom pontischen Reiche durch die Römer unter dem Vor-