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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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294 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

und bis zur Ankunft des Marius nichts Entscheidendes mehr zu unter-nehmen, und er erreichte diese eigennützige Absicht vollkommen.

§. 217.Thaten des Marius und Jugurtha (107106).

Nachdem er seinen Legaten Manlius mit Lebensmitteln und Waffenfür die Armee sowie mit der Kriegskasse nach Utica vorausgeschickt undTruppen ausgehoben hatte, und zwar, wie schon oben (31. Kapitel,§. 203) bemerkt wurde, aus den ärmsten Klassen der Bürger, den Frei-gelassenen und Sklaven, traf Marius selbst bald in Utica ein (107). Hierübernahm er von des Metellus Legaten Eutilius den Oberbefehl über dierömische Armee, welche in Afrika stand, weil Metellus selbst, der Be-gegnung mit ihm ausweichend, nach Rom abgereist war, wo er mit demTriumphe und dem Beinamen Numidicus geehrt wurde.

Sobald nun die römischen und Bundesgenossen-Legionen auf ihre volleStärke completirt waren. führte Marius die Armee in den fruchtbarenund reichen Theil Numidiens, überliess alle dort gemachte Beute denSoldaten, nahm mit offner Gewalt einige schwach besetzte Städte undBurgen und bestand im Felde einige leichte aber glückliche Scharmützelmit dem Feinde. Hierdurch erwarb er sich in kürzester Zeit die Liebeund Anhänglichkeit der ganzen Armee und schaffte den neu eingetretenenSoldaten die Möglichkeit eine gewisse unerlässliche Kriegserfahrung zuerlangen, hob auch durch die erlangten Erfolge ihren Muth. Jetzt fassteer den Entschluss zu einem wichtigen Unternehmen, nämlich zur Weg-nahme der Stadt Capsa durch einen unerwarteten Ueberfall. Diese Stadtwar dem Jugurtha beständig treu geblieben und für ihn von höchsterWichtigkeit durch die Festigkeit ihrer örtlichen Lage, die Stärke ihrerBefestigungen, wie durch ihre zahlreiche Bevölkerung und den Ueber-fluss an Lebensmitteln und Kriegsvorräthen; sie galt für uneinnehmbarum so mehr, als sie mitten in einer unfruchtbaren und von giftigenSchlangen erfüllten Wüste lag. Marius aber war mit Recht der Meinung,dass gerade diese Gründe der erfolgreichen Ausführung seines Unter-nehmens zu statten kommen müssten, da sie den Einwohnern von Capsaalle Furcht benehmen und demzufolge sie auch alle Vorsicht vergessenlassen würden. Deshalb bewahrte er seinen Plan im tiefsten Geheimniss,ergriff aber alle möglichen Vorsichtsmassregeln: er Hess alle Hausthiereim Lande zusammentreiben und übergab sie der Bundesgenossen-Cavalleriezur Bewachung mit dem Befehl, sie beständig hinter der Armee herzu-treiben ; jeden Tag wurde eine bestimmte Zahl dieser Thiere dem Heerezur Nahrung überwiesen, aus deren Häuten Schläuche zum Transport