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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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33. Kriege der Eömer zur Zeit der inneren Unruhen (13330 v. Chr. 1 . 289

des Volkes zu Rom veranlasste den Senat. den Frieden zwischen Aulusund Jugurtha für null und nichtig zu erklären und den Albinus abermalsnach Afrika zu schicken. Aber bei seiner Ankunft dort fand Albinus dasrömische Heer bereits auf dem römischen (dem früheren karthagischen)Grund und Boden von Afrika und in solcher furchtbaren Unordnung undAuflösung, dass er es nicht gegen Jugurtha zu führen wagte.

Endlich beschloss der Senat, der das Volk fürchtete, den ConsulQuintus Cäcilius Metellus gegen Jugurtha zu entsenden, einen stolzenPatricier, aber tüchtigen und geschickten Feldherrn, und was dieHauptsache war einen Mann, fern von aller Corruption und Habsucht,ehrenhaft und unbestechlich. Von diesem Augenblick an gewinnt derKrieg ein ganz anderes Ansehen und anderen Charakter und wird weitinteressanter.

§. 216.Unternehmungen des Jugurtha und Metellus (109107).

Die Legaten Marius und Rutilius mit sich nehmend, die beide aus-gezeichnete Kriegsleute waren, namentlich der Erstere, war Metellusnach seiner Ankunft in Afrika zunächst und vor Allem bestrebt, Luxusund Depravation aus der römischen Armee zu entfernen, Fuhrwerk undTross zu vermindern; er führte sie stets auf beschwerlichen Wegen vonOrt zu Ort, liess sie häufig Halt machen, ihr Lager sorgfältig befestigenund stellte den Dienstbetrieb wieder in ganzer Straffheit her, bei denMärschen beobachtete er die grösste Ordnung und alle möglichen Sicher-heitsmassregeln , und durch alle diese Mittel hatte er in derselben baldstramme Subordination und Zucht und einen vorzüglichen kriegerischenGeist wieder hergestellt.

Als Jugurtha hiervon wie von der Unbestechlichkeit des MetellusNachricht bekam, gerieth er sehr in Sorge und nahm zu Unterhand-lungen seine Zuflucht, nur bittend, dass ihm und seinen Kindern dasLeben geschenkt werde, alles Uebrige wolle er den Römern überlassen.Metellus, List gegen List setzend, erklärte sich laut für des JugurthaVorschlag, heimlich aber suchte er die Gesandten zu gewinnen, dass sieihm den Jugurtha todt oder lebendig auslieferten; er selbst ging in-zwischen nach Numidien und zog mit der äussersten Vorsicht durch das-selbe , trotzdem er Land und Bewohner vollkommen friedlich gesinntfand. In der Stadt Vacca, einer der nächsten Handelsstädte Numidiens,liess er eine Besatzung zurück, um einerseits von der Lage dieses PunktesVortheil zu 4 ziehen, andererseits die wahren Absichten Jugurtha's zu er-forschen. Bald war der Letztere, der erkannte, dass Metellus ihn mitseinen eigenen Waffen, d. h. der List, besiegen wolle, gezwungen, aber-

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. I, 3. 19