30. Kriege der Römer nach dem zweiten punischen Kriege (200—133v. Chr.). 253
Scipio an, brachen sie aber wieder ab, da er Auslieferung der Waffenund unbedingte Unterwerfung auf Gnade und Ungnade forderte, fuhrenfort verzweifelte Ausfälle zu machen, wurden aber jedesmal mit Verlustzurückgeworfen. Endlich war die Hungersnoth in Numantia zu solchemGrade gestiegen, dass die Einwohner, nachdem sie alle Pferde und Thiereverzehrt hatten, sich bereits von dem Leder ihrer Schilde, ja von denLeichen der Gefallenen und Gestorbenen zu nähren begannen.
Das endliche Schicksal derselben und Numantia's erzählen die Histo-riker verschieden: Florus sagt, die Numantier hätten einen letzten all-gemeinen Ausfall gemacht, wären umzingelt und zum grössten Theilniedergemacht worden, die wenigen Ueberlebenden seien in die Stadtgeflohen, hätten sie angezündet und seien in den Flammen umgekommen;Titus Livius dagegen und Andere behaupten, dass die Numantier sichschliesslich dem Scipio ergeben haben, welcher 50 von ihnen zu seinemTriumphe ausgesondert, alle Uebrigen als Sklaven verkauft, die Stadtaber, dem Willen des Senates gemäss, von Grund aus zerstört und ihrGebiet an die benachbarten Stämme vertheilt habe.
Die Einnahme und Zerstörung Numantia's setzte dem Kriege in demgrössten Theile Hispaniens ein Ende. Scipio pacificirte und unterwarfdie Celtiberer und das ganze diesseitige Hispanien, wurde mit dem grossenTriumphe belohnt und erhielt den Beinamen Numantinus. Das jen-seitige Hispanien wurde durch Junius Brutus unterworfen, der Krieg abersetzte sich noch lange darnach in dem nordwestlichen Hispanien (Gali-cien) fort.