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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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30. Kriege der Kümer nach dem zweiten punischen Kriege (200133 v. Chr.). 229

vereinigte sich in Thessalien mit Philipp von Macedonien. Alle von desAntiochus Garnisonen besetzten Städte Thessaliens unterwarfen sieh demGlabrio und Philipp freiwillig, oder wurden mit Gewalt erobert. Dannzogen Beide gemeinschaftlich zu den Thermopylen, in welchen Antiochusmit seiner Hauptmacht sich verschanzt hatte, nachdem 2000 Aetolier vonihm auf den Gipfel des Oetagebirges entsendet worden. Durch Glabriound Philipp in der Front heftig angegriffen, von links her durch den inder Folge so berühmten M. Porcius Cato umgangen, der mit 2000 Mannauserlesener Fusstruppen die Aetolier vom Berge Oeta zurückwarf,wandte sich die syrisch-ätolische Armee zur Flucht, wurde verfolgt undtheils aufgerieben, theils zersprengt. Antiochus selbst entkam mit kaum500 Mann auf die Insel Euböa, von wo er eiligst nach Kleinasien zurück-kehrte. So hatte ihn Glabrio also mit einem Schlage aus Griechenlandverdrängt und wandte sich mit seiner ganzen Macht nunmehr gegen dieAetolier. Diese waren bereit, sich auf massige Bedingungen hin zuunterwerfen, und dann hätte Glabrio den Krieg nach Kleinasien selbsthinüberspielen können. Aber das hochfahrende und strenge Benehmendesselben gegen die Aetolier erbitterte diese dermassen, dass sie ihm denhartnäckigsten Widerstand entgegensetzten, in Folge dessen er nun einenVernichtungskrieg gegen sie begann. Dieses von ihm beliebte Verhaltenverzögerte die Uebertragung des Krieges nach Kleinasien und konntedem Ansehen der Römer in Griechenland sehr schädlich werden. Derrömische Senat schickte deshalb im folgenden Jahre, 190, an Glabrio'sStelle den milderen Consul Lucius Cornelius Scipio, Bruder des berühm-ten Siegers über Hannibal, Publius Cornelius Scipio, mit dem Auftrage,den Krieg nach Kleinasien zu tragen. Lucius Scipio nahm seinen BruderPublius als Legaten mit sieh, ein Umstand, der zur raschen, glücklichenund für die Römer ruhmreichen Beendigung des Krieges wesentlich bei-trug. Die erste That des Lucius Scipio war der Abschluss eines sechs-monatlichen Waffenstillstandes mit den Aetoliern, die zweite derMarsch durch Thessalien, Macedonien und Thracien an den Hellespont,um nach Kleinasien überzusetzen. Eben dorthin wandte sich auch dierömische und rhodische Flotte. Antiochus hatte den ganzen Winter mitgewaltigen Rüstungen zu Lande und zur See hingebracht. Seinem SohneSeleukus mit einem Heere den Schutz der Küsten des Hellespontes über-tragend , brachte er selbst in Sardes ein starkes Heer und in den syri-schen Häfen eine starke Flotte zusammen. Aber von Lucius Scipio, Eumenesund den Rhodiern zu Lande und zur See bedroht, gerieth er nach einerzweitägigen Niederlage seiner Flotte an den Westküsten Kleinasiens insolche Bestürzung und Niedergeschlagenheit, dass er vollkommen dieBesinnung verlor und dem Seleukus befahl, vom Hellespont zurück-zugehen, anstatt im Gegentheil ihn zu verstärken und ihm aufzugeben,