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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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198 III. Vom Tode Alexancler's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

vorher schon von Hamilkar entworfenen und halb ausgeführten Planes,den sein Schwiegersohn Hasdrubal und sein Sohn Hannibal zu Endeführten. Die durch den Letzteren erfolgte Einnahme und Zerstörung desunter römischem Schutze stehenden und mit Rom verbündeten Saguntsgab den eigentlichen Anlass zum offenen Bruche und zum Kriege, schonvor der Kriegserklärung seitens der Römer. Unmittelbar darauf warHannibal über die Alpen nach Italien gegangen und hatte dort die ent-schiedensten Angriffsoperationen gegen Rom eröffnet, dem er dort nun indrei Jahren nach einander vier schwere, furchtbare Schläge beibrachte,gegen das er ganz Vorder- und einen Theil von Süditalien aufwiegelte,und das er in die gefahrvollste Lage brachte.

Solchergestalt war durch Karthago in der Person Hannibal's derKrieg begonnen und drei Jahre lang in der energischsten Offensivein Italien selbst, dem eigentlichen Mittelpunkte der römischen Macht,sogar ganz nahe der feindlichen Hauptstadt selber geführt worden. Dasso kriegerische, so stolze und bis dahin so furchtbare Rom war nach-drücklichst von einer Seite angegriffen worden, wo es dies nicht im min-desten erwartet hatte, und sah sich mit einem Mal in die ihm bislangfremde Lage strikter Defensive gedrängt. Aber in einer gewissen un-begreiflichen Verblendung befangen, zu stolz auf seine früheren Kriegs-erfolge, zu sehr daran gewöhnt, sich nichtzu vertheidigen, sondern Andereanzugreifen, und noch ohne einen Begriff davon, welch ein Mann undFeldherr Hannibal war, zeigte es keine Weisheit, sondern Unverstandund Thorheit, indem es, anstatt zur reinen passiven Defensive zugreifen, die Offensive wählte und dazu nach einander die unfähigstenFeldherren ernannte, schwere Fehler, die dem bisher so kriegskundigenRom- gerade keine Ehre machten. Aber dies hatte für Rom doch denNutzen einer vortrefflichen praktischen Schule des Krieges, und die vierharten Schläge, welche es trafen, rüttelten es aus seinem Schlafe auf,nahmen den Schleier der Verblendung von ihm und lehrten es eine neue,bisher noch nicht von ihm angewandte Art der Kriegführung üben, zu-erst die reine Vertheidigung, dann mehr und mehr die offensiveDefensive, deren erster Gedanke und erste Grundlage von dem Dic-tator Fabius gefasst und gelegt wurde. Und von diesem Augenblicke anbegann der Erfolg des Krieges sich auf die Seite Roms gegen Karthagozu neigen, und zwar um so mehr, je mehr das Letztere seinerseits nichtallein unverständige, sondern auch ungenügende Massregeln traf. An-statt in seinem entscheidenden Kriege gegen Rom in Italien mit allenKräften und Mitteln seinen grossen Feldherrn Hannibal zu unterstützen,dem es schon so gewaltige erste Erfolge verdankte, richtete das in allenDingen vom Krämergeist beseelte und nach Geld, worin es seine Haupt-stärke suchte, gierige Karthago seine ganze Aufmerksamkeit nicht auf