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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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161
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* 28. Der zweite punische Krieg (218-202). 161

als ob Claudius Nero nur die Absicht hätte, Hannibal von einem Zugebehufs Vereinigung mit Hasdrubal abzuhalten. Hannibal dagegen, als ersah, dass es ihm unmöglich sei, ohne Kampf abzuziehen, liess es sich an-gelegen sein, die Römer dazu herauszufordern, und stellte sich jeden Tagin Schlachtordnung auf. Dies brachte Claudius Nero auf den Gedanken,dieselben Kriegslisten gegen ihn anzuwenden, deren er selber sich so oftmit Erfolg bedient hatte. Er entsendete Nachts 5 Cohorten und 5 Ma-nipeln an den Fuss der jenseitigen Abhänge jener Hügel und bestimmteihnen den Zeitpunkt, wann sie angreifen sollten. Am folgenden Tageging die ganze römische Armee sehr früh aus dem Lager, formirte sichzum Kampfe und rückte rasch gegen Hannibal's Lager vor, die Armeedes Letzteren griff eiligst zu den Waffen und stürzte in einiger Unord-nung dem Feinde entgegen. Um dies zu benutzen, befahl Claudius Neroder Cavallerie der 3. Legion, die Vortruppen Hannibal's zuattakiren, umsie zurückzuwerfen, ehe sie sich zum Kampfe aufstellen konnten. DieReiterei drängte die vordersten Truppen zurück, und schon griff dieerste römische Linie in den Kampf ein. Die karthagischen Truppen, ob-gleich in Unordnung gerathen, aber durch die fortwährenden nachrücken-den Abtheilungen unterstützt, leisteten den Römern heftigen Widerstand,welche, vollkommen geordnet fechtend, sie mehr und mehr zusammen-drängten. Hannibal bemühte sich die Ordnung in seiner Armee wiederherzustellen und er würde auch damit zu Stande gekommen sein, wennnicht das Kriegsgeschrei der römischen Cohorten, welche hinter denHügeln von links hervorbrachen, seine Truppen bestürzt gemacht undihnen die Besorgniss eingeflösst hätte, von ihrem Lager abgeschnittenzu werden. Bald waren sie Alle in Unordnung und Verwirrung, stürztennach ihrem Lager hin und brachten sich dort in Sicherheit, hatten aberdoch, von der römischen Reiterei im Rücken und von den Cohorten inder Flanke angegriffen, 8000 Todte, 700 Gefangene, 9 Feldzeichen,4 getödtete und 2 von den Römern gefangen genommene Elephanten ein-gebüsst. Der Verlust der Römer betrug'nicht über 500 Mann.

Am folgenden Tage rückte Claudius Nero wieder zum Kampfe aus,da er aber sah, dass Hannibal im Lager blieb, so liess er die Todten be-graben (ein Zeichen des Sieges) und in den folgenden Tagen seineCavallerie Hannibal's Lager umschwärmen, das sie stets anzugreifendrohte. Das Ende war, dass Hannibal bei Nacht, die Feuer brennen unddie vordersten Zelte stehen lassend nebst einigen Numidiern, die sich aufdem Walle zeigen sollten, etwa um die dritte Nachtwache (123 UhrMorgens) geräuschlos sein Lager verliess und nach Apulien zog, ohneZweifel, um sich näher an Hasdrubal heranzuziehen. Claudius Nero gingam folgenden Tage wieder bis dicht an das karthagische Lager heran ;als er aber hörte, dass Hannibal abmarschirtsei, zog er ihm in Geschwind-

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. 1,3. 1]