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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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28. Der zweite punische Krieg (218202). 1 57

Tubulus 1 Legion in Capua; dem Scipio 4 Legionen in Hispanien ; endlichdie Flotte bei Sicilien dem Lävinus, die Flotte in Griechenland dem Sul-picins. Den Consuln wurde zugleich überlassen, Aushebungen vorzu-nehmen; sich die Armeen auszuwählen, selbst die Stellungen derselbennach ihrem eigenen Ermessen zu verändern. Dies Alles ward von den Con-suln im besten Einvernehmen untereinander geregelt und ausgeführt. Frei-willige wurden aufs Neue zu den Waffen gerufen und in die 19. und 20.Legion in Etrurien eingestellt. Nach Einigen soll sogar Scipio 8000 Hi-spanier und Gallier aus Hispanien dem Livius zugesendet haben, nebst2000 römischen Legionaren und 1000 hispanischen und numidischen Rei-tern, und ebenso hätte Mamilius aus Sicilien 4000 Bogenschützen undSchleuderer geschickt. Es stellte also Rom auf diese Weise im Ganzenin diesem Jahre 9 Armeen in einer Stärke von 23 Legionen und 3 Flottenauf (bei Hispanien, Sicilien und Griechenland).

Zu Anfang des Frühjahrs erhielt der Senat die Nachricht, dass Has-drubal aus seinen Winterquartieren aufgebrochen sei und die Alpen über-schreite, dass 8000 Ligurier zu den Waffen gegriffen hätten, um zu ihmzu stossen, sobald er von den Alpen in die italischen Ebenen herabsteige,und dass der Prätor Porcius dorthin abmarschirt sei, um diese Vereinigungzu verhindern. Dies veranlasste die Beschleunigung aller Rüstungen unddie Eröffnung des Feldzuges.

Hasdrubal war in der That gleich mit Anfang des Frühjahrs ausseineu Winterquartieren am Fusse des Westabhanges der Alpen über denKamm des Gebirges gezogen, auf demselben Wege, den Hannibal ein-geschlagen hatte. Doch müssen , bevor sein Uebergang über die Alpenbetrachtet wird, noch einige Worte über das gesagt werden, was dem-selben vorherging. Polybius ergeht sich in Lobsprüchen über Hasdrubal,den er einen grossen Feldherrn nennt, und dessen Ueberschreitung derAlpen er als ebenso musterhaft darstellt, wie jene des Hannibal. Aberdieser in dem Munde eines so gewiegten Historikers wie Polybius höchstbefremdlichen Meinung kann man nicht beipflichten. Hasdrubal war un-zweifelhaft ein tüchtiger Heerführer, aber weder in seinen Operationenin Hispanien, noch in seinem Zuge von dort über die Alpen nach Italien,noch endlich in seinem Verhalten in Italien (wie wir später sehen werden)hat er irgend Etwas geleistet, was ihn als einen seinem Bruder Hannibalgleich grossen Feldherrn erscheinen liesse. In Hispanien waren, mitAusnahme seiner Besiegung der beiden Scipionen, welche er indessenmehr ihrer Unvorsichtigkeit und dem Abfalle der Celtiberer, als seinereigenen Kriegskunst verdankte, alle seine übrigen Kriegsoperationen nurbemerkenswerth durch Misserfolge und Niederlagen, und zwar nicht inFolge seines Unglücks, sondern durch seine Schuld. Seine Bewegungaus Hispanien nach Italien unternahm er in jeder Beziehung zu spät,