146 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
in dem Augenblicke ein, als er sein Lager zu befestigen im Begriff stand,und griff seine Arbeiter so beftig an, dass Hannibal sieb gezwungen sab,seine Armee in Schlachtordnung aufzustellen und eine Schlacht zu liefern.Sie setzte sich mit gleichem Erfolge auf beiden Seiten bis zur Nacht fort,wo beide Theile den Kampf abbrechend rasch ihre Lager verschanzten,die nicht weit von einander abstanden. Beim Anbruch des folgendenMorgen formirte Marcellus seine Armee wieder vor dem Lager zur Schlacht:in der ersten Linie die rechte Legion der Verbündeten, die Cohorten derExtraordinarii und die 20. römische Legion, in der zweiten Linie die18. Legion der Kömer und die linke Legion der Bundesgenossen. Hanni-bal, der unausgesetzten Verfolgung durch Marcellus müde, bescbloss denKampf anzunehmen und stellte sein Heer gleichfalls in zwei Linien vordem Lager auf. Nach zweistündigem heftigem Kampfe-wurde die rechteBundesgenossenlegion nebst den Cohorten der Extraordinarii zurückge-worfen. Marcellus schickte der ersten Linie die 18. Legion zu Hülfe,während diese aber langsam vorrückte, die geworfenen Truppen dagegeneilig zurückgingen, kam die ganze römische Armee in Unordnung undwarf sich in ihr Lager zurück mit einem Verluste von 2700 Mann (da-runter 2 Tribunen und 4 Centurionen) und 6 Legiousadlern. Marcellus,die Flüchtigen strafend, erklärte, dass am folgenden Tage die Armeesich wieder schlagen werde, um die Schande dieser Niederlage abzu-waschen. Mit dem Frühroth des folgenden Tages führte er seine Truppenabermals aus dem Lager und stellte die linke Legion der Verbündeten,die 4 Cohorten der rechten Legion. welche ihre Feldzeichen verlorenhatten, und die 18. Legion in die erste Linie, in die zweite Linie aberdie 20. Legion, die Extraordinarii und die übrigen 6 Cohorten der rechtenLegion der Bundesgenossen. Marcellus befehligte persönlich das Centrum,seine Legaten Cornelius Lentulus und Claudius Nero die Flügel. AlsHannibal sah, dass Marcellus wieder aus dem Lager rückte und seinHeer formirte, bewunderte er dessen Beharrlichkeit, zog gleichfalls ausdem Lager und stellte seine Armee in zwei Linien: in der ersten seinebesten Truppen, die Hispanier, die Elephanten zwischen die erste undzweite Linie. ' Der erste Zusammenstoss war ungemein heftig und aufbeiden Seiten wurde lange mit gleichem Erfolge gekämpft, Endlich liessHannibal die Elephanten vorgehen. Sie brachten die vordersten Reihender Römer in Unordnung, und diese würde sich möglicher Weise derganzen römischen Armee mitgetheilt haben, wenn nicht der Tribun Deci-mius Flavius das Feldzeichen der ersten Manipel der Hastati der 18. Legionergriffen und es dorthin geführt hätte, wo die Elephanten die grössteVerwirrung in den Reiben der Römer anrichteten. Diese warfen ihreWurfspeere auf die Thiere, verwundeten deren viele, die verwundetenElephanten rissen auch die nicht verwundeten mit sich in die Flucht, und