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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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27. Der zweite punische Krieg (218202). 141

schweren Fussvolks au einander und verstärkte den Angriff auf die vor-dere römische Linie. Die Letztere kämpfte jedoch tapfer und geordnetweiter, aher eine der Legionen der zweiten Linie wurde durch den An-griff der Numidier in Verwirrung gebracht und auf die erste Linie ge-worfen, welche nun ebenfalls in Verwirrung gerieth. Nun erlitt dierömische Armee, in Front und Rücken angegriffen, eine totale Nieder-lage : Cnejus Fulvins, 11 Kriegs-Tribunen und eine grosse Menge Kriegerwaren gefallen, der übrige Theil fast ganz gefangen genommen oder nochauf der Flucht niedergestochen, nur etwa 3000 Mann entkamen zu Mar-cellus ins Samnische. Hannibal, der den Einwohnern von Herdonea nichttraute, verpflanzte sie nach Metapontum und Thuriiin Bruttium, Hess Die-jenigen hinrichten, welche mit Fulvius im geheimen Einverständniss ge-standen hatten, zündete die Stadt an und kehrte dann ins Bruttische zu-rück, wo er auf einer Anhöhe östlich der Stadt'Numistro (h. Nicastro) rdie sich noch zu den Kömern hielt, ein Lager bezog, vermuthlich hatteer die Absicht, sie wegzunehmen. Marcellus, von dem Wunsche beseelt,den Verlust der zweiten Schlacht bei Herdonea wieder wett zu machen,zog aus Samnium durch Lucanien nach Numistro, bezog Hannibal gegen-über in der Ebene ein Lager und rückte am folgenden Tage aus dem-selben hervor, um sich davor in Schlachtordnung aufzustellen, mit demlinken Flügel an die Stadt gelehnt, das schwere Fussvolk in Cohorten inzwei Linien, jede zu zwei Legionen, das leichte Fussvolk vor der Front,,die Cavallerie auf den Flanken. Hannibal ging ebenfalls aus seinemLager und formirte sich zum Kampfe auf den Anhöhen, die rechte Flankean die Stadt gelehnt, das schwere Fussvolk in zwei Linien, die Hispanierin der ersten, die Afrikaner und Gallier in der zweiten, die balearischenSchützen und Schleuderer und das leichte Fussvolk davor, die Elephantenhinter der ersten Linie. Als die leichten Truppen auf beiden Seiten denKampf eröffnet hatten, wurden die Elephanten vorwärts getrieben, aberwie es scheint, ohne Erfolg wieder zurückgeführt. Die beiden erstenLinien kämpften mit gleichem Erfolge bis gegen Abend, dann wurden sievon den zweiten Linien abgelöst, zwischen denen ein neuer, heftiger underbitterter Kampf begann, welcher bis zur Nacht währte und erst durchdiese beendet wurde, ohne sonderlichen und entscheidenden Erfolg aufder einen oder anderen Seite. Am nächsten Morgen zog Marcellus wiederaus dem Lager und bot den Kampf an, da er aber sah, dass Hannibalnicht aus seinem Lager kam, so sorgte er für seine Verwundeten und be-erdigte seine Todten. In der folgenden Nacht zog Hannibal leise undheimlich aus seinem Lager ab nach Apulien, um seine Armee nicht durchresultatlose Schlachten zu schwächen, sich näher an Tarent heranzu-ziehen und seine Verbündeten in Apulien auf seiner Seite zu erhalten.Es erscheint nur unbegreiflich, warum er bei Numistro sich blos der