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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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128 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Angustus (323—30 v. Chr.).

Feindseligkeiten wurden dadurch nicht unterbrochen. Bomilkar, derwieder nach Karthago zurückgefahren war, brachte von dort .eine neueFlotte von 130 Kriegs- und 70*) Lastschiffen mit. Widrige Winde hin-derten ihn aber an der Umsegelung des Vorgebirges Pachynum (heuteCap Passaro). Epicydes hatte in der Besorgniss, dass die Karthager nachAfrika zurückkehren könnten, die Vertheidigung der Achradina den Be-fehlshabern der Miethstruppen übergeben und war nach Heraklea geeilt,wo Bomilkar mit seinen Sehiffen lag, um ihn davon zu überzeugen, dasseine Schlacht unvermeidlich und nothwendig sei. Sobald sich der Ost-wind legte, brach die karthagische Flotte auf, um das Vorgebirge zu um-segeln , kaum aber hatte sie dasselbe umschifft, so stiess sie auf die rö-mische in Schlachtordnung formirte Flotte und wandte sich zur Fluchtnach Tarent, während die Lastschiffe nach Afrika zurückgingen. Epi-cydes, jede Hoffnung auf Befreiung von Syrakus aufgebend, zog sichnach Agrigentum zurück. Nun knüpften die Bewohner von Syrakus Un-terhandlungen mit Marcellus an, der ihnen ziemlich leichte und günstigeBedingungen auferlegte. Aber die römischen Deserteure, welche anMarcellus ausgeliefert zu werden fürchteten, sowie die von ihnen aufge-wiegelten Söldner tödteten die Stadtvorsteher, wählten andere aus ihrerMitte und fassten den Entschluss, sich in der Achradina und der Ortygia'Nasos) bis auf den letzten Mann zu vertheidigen. Indessen wurden dieSöldner von der städtischen Deputation, welche von ihren Unterhandlungenmit Marcellus zurückkehrte, beruhigt, und ihr Oberster Mericus gingheimlich darauf ein. die Stadt zu übergeben. Auf Marcellus Befehl legteeine Quinquereme Nachts an dem arethusischen Thore an und die daraufbefindliche Mannschaft wurde in Ortygia eingelassen. Am nächsten Morgenführten die Römer einen Scheinangriff auf die Achradina aus , deren Be-satzung, gleichwie die von Ortygia, zu der Stelle dieses fingirten Angriffshineilten. Während dessen ruderten aber die übrigen römischen Trup-pen auf Lastschiffen nach Ortygia, wurden von den schon dort befind-lichen Truppen eingelassen und setzten sich nun in den Besitz diesesStadttheils. Mericus ergab sich mit den Miethstruppen den Römern, dieBewohner der Stadt öffneten Marcellus die Thore und baten um Gnadeund Schonung. Marcellus liess den Staatsschatz und die Häuser derRömerfreunde durch Schutzwachen sichern und Uberliess alle übrigenGebäude seinen Truppen zur Plünderung, welche dort eine so ungeheureund unermessliche Beute machten, dass Titus Livius sagt, er wisse nicht,ob die in Karthago gewonnene noch grösser habe sein können. Leiderkam bei der Plünderung der Stadt auch Archimedes um, obgleich Mar-cellus strenge befohlen hatte, sein Leben zu schonen. Die Einnahme von

*) Nach Livins 700 Lastschiffe. ■ Anmerkung des Uebersetzers.