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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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27. Der zweite puuische Krieg (218—202 1 . 127

gewöhnlich viel Wein ausgetheilt würde. Marcelhis befahl seinen Trup-pen, sich zum Sturm bereit zu halten, wählte sich die tapfersten und er-fahrensten Führer und Krieger aus und bestimmte die Nacht vor demzweiten Feiertage zum Sturm, in der Voraussetzung, dass dann eingrosser Theil der Einwohner und Truppen vom Wein berauscht in tiefemSchlafe liegen werde. Zu der bestimmen Stunde der Nacht erstiegeneinige römische Freiwillige leise die Stadtmauer an der bezeichnetenStelle, stachen die Wachen nieder, brachen die Stadtthore auf und gabendas verabredete Zeichen. Ein Theil der römischen Truppen rückte un-verweilt durch die Thore ein in den Stadttheil Tycha, andere rücktengleichzeitig nach Epipolä auf dem Berge und nach Achradina. Schlaf-trunken und bestürzt, warfen die Bürger und Truppen von Syrakus sichin grösster Unordnung den Römern entgegen, die schon in der Stadtwaren. Mit Tagesanbruch wurde der Kampf in der Stadt und auf denWällen allgemein. Der auf der Insel Ortygia befehligende Epicydes eilteden Einwohnern und Soldaten in Syrakus zur Hülfe herbei, als er abersah, dass Epipolä bereits von den Römern besetzt sei, fürchtete er abge-schnitten zu werden und zog sich nach der Achradina zurück. Marcellus,der diesen schönen Stadttheil zu schonen wünschte, schlug dem Epicydesvor, sich zu ergeben; da aber die Truppen desselben grossentheils ausdesertirten römischen Soldaten bestanden, so weigerten diese sich dessen.Nun zog Marcellus seine Truppen aus der Achradina heraus nach Epipoläund schnitt von dort aus alle in die Stadt führenden Wege ab. Bald da-rauf erbot sich der syrakusanische Anführer Philodemus, dem Marcellus dieBurg (Citadelle) Euryalus zu übergeben, gegen freien Abzug mit derGarnison. Noch ehe aber Marcellus den Euryalus besetzen konnte, hattedie karthagische Escadre, die im Hafen von Syrakus lag, unter demSchutze der Nacht und eines Sturmes, der die römische Flotte zwang,die Rhede zu verlassen und die hohe See zu suchen, sich nach Karthagodavon zu machen vermocht, um Hülfe zu holen, und kam nun wirklichmit 100 Schilfen und Truppen darauf wieder zurück. Marcellus schloss,nach Wegnahme des Euryalus, die Achradina mit Truppen in drei La-gern ein, welche durch eine verschanzte Linie verbunden waren. DieSyrakusaner griffen sie von zwei Seiten an ; Hirnilko mit den karthagi-schen Truppen ging längs dem Ufer des alten Hafens gegen das Lagerdes Prätors Crispinus vor, Epicydes machte einen Ausfall gegen des Mar-cellus Lager: zur selben Zeit griff die karthagische Flotte, welche dichtam Ufer des Hafens lag, auch ein, indem sie die Römer hinderte, sichgegenseitig zu unterstützen. Aber beide Angriffe wurden zurückgeschla-gen und Himilko bis an die Stadtmauern getrieben. Mit dem Herbstbrach in der Stadt wie in den Lagern eine böse Seuche (Pest) aus, welcherviele Tausende von Bürgern und Soldaten zum Opfer fielen, allein die