116 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
dem Meere, wie besonders auf dem Lande, wo, nach Plutarcli's Worten,die Römer eine solche Angst ergriff, dass sie beim blossen Anblick einesjeden Stückchens Holz, das aus der Mauer hervorragte, schon zitterten,weil sie es für eine neue Maschine des grossen Mathematikers hielten.Marcellus wurde schliesslich gezwungen, die Belagerung in eine Ein-schliessung zu verwandeln. Es ist aber zunächst noch nothwendig, inKürze den Gang der Belagerung und Vertheidigung von Syrakus imJahre 213 zu schildern.
Marcellus erbaute, in der Absicht die Stadt zu erstürmen, ausser einerMenge der verschiedensten Belagerungsmaschinen und Geschütze, aucheine Sambuca, eine Art Fähre, aus 8 zusammengekoppelten Seeschiffenoder Galeeren, auf denen ein hoher hölzerner, die Stadtmauern über-ragender Thurm aufgeführt war. Archimedes aber Hess die Sambucanicht an die Mauern heran, sondern zerstörte sie durch Geschosse seinerBailisten, auf dem Lande aber vernichtete er gleichzeitig die Schild-dächer, beweglichen Gallerien und sonstigen verdeckten Annäherungs-wege der Römer. Als Marcellus und Appius Claudius nun aber, in demGlauben, dass des Archimedes Maschinen vermöge ihrer Grösse nur in derFerne zerstörend zu wirken vermöchten, ihre Truppen dicht an die Stadt-mauern heranführten, da überschüttete sie Archimedes mit einem solchenHagel von Pfeilen, kleinen Balken und Steinen, dass die entsetzten römi-schen Truppen in Verwirrung geriethen und mit bedeutendem Verlustund in grösster Unordnung zurückgingen. In Folge dessen verwandeltenach achtmonatlichen vergeblichen Bemühungen Syrakus durch Belagerungeinzunehmen (selbstverständlich schon im Jahre 212), Marcellus die Bela-gerung in eine Einschliessung zu Laude und zu Wasser. Appius Claudiusblieb mit der Flotte und der Hälfte der Armee vor Syrakus liegen, Mar-cellus selbst brach mit der andern Hälfte der Armee in das innere Sicilienauf. um die Städte, welche sich den Karthagern ergeben hatten, dafür zuzüchtigen.
§. 181.Siebenter Feldzug im Jahre 212.
Eintheilung der römischen Armeen. Einnahme von Tarentum durch
Hannibal. Zweite Schlacht bei Beneventum. Erste Schlacht bei
Herdonea. Einschliessung von Capua und Einnahme von Syrakus
durch die Römer. Missgesehick der Römer in Hispanien.
Aus Anlass der Abwesenheit der Consuln wurde in Rom ClaudiusCentho zum Dictator ernannt, welcher den Quintus Fulvius Flaccus zumReiterobersten wählte. Zu Consulu wurden darauf gewählt: dieser selbeQuintus Fulvius Flaccus und der in Sicilien bei der Belagerung von Sy-