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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
Entstehung
Seite
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62 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

Städte auf seine Seite herüberzuziehen. Seine Erwägungen waren ganzrichtig, und obgleich Campanieu von drei Seiten von Bergen eingeschlos-sen war, durch welche nur drei Pässe herein - oder hinausführten, sodurfte Hannibal doch auch auf um so grössere Erfolge rechnen. Indemer nun also von Samnium sich nach Campanien wandte, durch die Eng-pässe des mons Eribanus oder Gallicanus f Callicula), stieg er in die so-genannten collatinischenFelderoderEbenen hinab und bezog amrechten Vulturnusufer ein Lager in der Nähe des heutigen Capua. Nach-dem er dieses Lager gehörig verschanzt hatte, entsandte er Maharbal mitder numidischen Reiterei. um das Gebiet der Stadt Falernum und dieganze Gegend bis Sinuessa hin zu verheeren

Fabius war über Hannibal's Kühnheit erstaunt, wurde aber dadurchnur noch mehr in dem von ihm angenommenen Verfahren bestärkt; demHannibal auf dem Höhenzuge bis ins Falerner Land folgend, bezog er amFuss der Berge in einer unzugänglichen Stellung ein Lager, wo er un-thätig stehen blieb und Hannibal nur beobachtete, aber ohne ihm die Ver-wüstung des Landes zu verwehren. Dies erhöhte das Missvergnügenseiner Armee und vor Allen des Minucius, selbst in Rom war man allge-mein damit unzufrieden und der Senat sogar missbilligte die Verhaltungs-weise des Fabius. Ohne dies weiter zu beachten, beschloss Fabius davonnicht abzugehen, und man muss ihm darin vollkommen Recht geben undihn wegen seines wohlbegründeten und weisen Verfahrens loben: er hattedie gegenseitige Lage Hannibal's und seiner selbst durchaus richtig beur-theilt. In des Hannibal Verhalten frappirt besonders dies, dass er, dessenHauptziel doch war, die Bundesgenossen gegen Rom aufzuwiegeln unddes Fabius Armee zum Kampfe in die Ebene zu verlocken, die Länderder Ersteren so grausam verwüstete und selbstverständlich sie dadurchnicht gegen Rom aufreizte, noch auf seine Seite zog, sondern im Gegen-theil sich selbst der Mittel zur Erlangung von Vorräthen beraubte undzugleich doch den Fabius dadurch nicht veranlasste, gleich dem Sempro-nius oder Flaminius. eine Schlacht in der Ebene zu liefern, während eranderseits einen Angriff auf dessen Lager in den Bergen nicht für an-gängig und zweckmässig hielt. Demzufolge erreichte er weder die einenoch die andere Absicht, und je länger sich dies fortsetzte, desto grösserwar der Nachtheil für ihn selbst und der Vortheil für Fabius. Der Letz-tere begriff dies sehr wohl und erblickte in seinem wie in Hannibal's Ver-halten das sicherste Mittel zum Verderben Hannibal's. Und deshalbgereicht sein Verfahren ihm zur grössten Ehre und verdient die vollsteAnerkennung, während Hannibal's Verhalten, nur mit seinem Wunscheden Fabius zum Kampfe zu verleiten erklärlich, gerade bei einem sogrossen Feldherrn einigermassen unbegreiflich bleibt und um so selt-samer erscheint, da Hannibal schon aus den ersten Unternehmungen des