25. Der zweite punische Krieg (2IS—202). 41
(beim heutigen Rivoli). Die Tauriner lagen mit den mit Hannibal ver-bündeten Insubrern im Kampfe; er suchte sie zu beruhigen und aufseine Seite zu bringen, aber vergeblich. Deshalb rückte er nun vor ihreHauptstadt (heute Turin), schloss sie ein und erstürmte sie am drittenTage, wobei er, um ein Exempel zu statuiren und sie zu züchtigen, alleEinwohner der Stadt niedermachen liess. Dies brachte bei den Tauri-nern und ihren verbündeten Stämmen solchen Schrecken hervor, dass siesich Hannibal unterwarfen.
Indem er die cisalpinischen Gallier zum Aufstand reizte, wollte ergleich bei dem ersten Schritte diejenigen von ihnen, welche mit ihm ver-bündet waren, unterstützen und belohnen, "dagegen die, welche wagten,gegen ihn zu stehen, aufs Härteste züchtigen und damit zugleich denUnterschied zwischen seinem Verhalten und dem der Römer hervor-heben. Die Römer waren Sagunt nicht rechtzeitig zu Hülfe gekommenund dadurch Schuld an dessen Zerstörung geworden, sie hatten dadurchihre Bundesgenossen sehr gegen sich erkältet. Uni die aufgestandenenInsubrer und Bojer niederzuhalten, hatten sie schlaffe und sich erfolgloserweisende Massregeln ergriffen, hatten Scipio nutzlos nach Massilia undSempronius nutzlos nach Sicilien gesandt. Der römische Senat war be-stürzt und in Erstarrung, hob keine neuen Legionen aus, traf keinerleientschiedene Massregeln gegen die drohende Gefahr und hielt dadurchalle Völker Italiens in Zweifel und Ungewissheit. Dies Alles musstedurch die cisalpinischen Gallier zu Hannibal's Kenntaiss gelangen, under war zu klug um das nicht so rasch als möglich auszunutzen. Durchsein Vorgehen unterstützte er die cisalpinischen Gallier, reizte sie zueinem allgemeinen und entschiedenen Aufstande, zog von ihren Streit-kräften, Mitteln und Materialien Nutzen, entzog diese den nächsten römi-schen Armeen (des Manlius und Atilius) und wollte sie durch einen ent-scheidenden Schlag aus dem cisalpinischen Gallien werfen. Ehe er aberhierzu vorging, musste er notwendiger Weise erst sich den Rücken ge-sichert haben, und dies erreichte er durch die Einnahme der Hauptstadtder Tauriner, die Niedermetzelung ihrer Einwohner und durch die hier-mit erzwungene Unterwerfung der Tauriner und der ihnen verbündetenStämme.
Nachdem dies erreicht war, zog er am linken Padusufer hinab. Alser bald darauf die Meldung erhielt, dass Scipio bereits nach Italien zu-rückgekehrt sei und mit seiner Armee zum Padus marschire, wollte erdies kaum glauben.
Scipio war inzwischen wirklich aus seinem Lager bei Massilia, nach-
zen Entfernung von Montmeillan bis Rivoli beträgt und sanft ansteigt, während dieandere Seite vom Gipfel des Mont C6nis bis Eivoli nur l / 3 der Gesammtentfernungausmacht und steil, fast senkrecht nach Italien hin abfällt.