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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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25. Der zweite punische Krieg (218202). 39

lieh Anfangs des Sommers) bestand sein Heer nur noch aus 50,000 MannFussvolk und 9000 Mann Reiterei. Der Zug von den Pyrenäen zum Rho-danus, vom Rhodanus zu den Alpen und über die Alpen nach Italien bisRivoli nahm den ganzen Sommer und die erste Hälfte des Herbstes in An-spruch, denn er überschritt den Kamm der Alpen Ende October und stiegAnfang November von demselben hinab. In Rivoli, am Fusse der Alpenbefanden sich bei seinem Heere an Combattanten nur noch 20,000 Mannzu Fuss und 6000 Mann zu Pferde, folglich hatte während des ganzenZuges von Neu-Karthago bis Italien die Zahl seines Fussvolkes sich um70,000 Mann, die seiner Reiterei sich um 6000 Mann vermindert (dieseletztere Abnahme zeigt, wie er besonders für seine Cavallerie gesorgthatte). Seit dem Uebergang über den Rhodanus bis zu seinem Ein-rücken in Italien hatte er an 30,000 Mann Fussvolk und 3000 MannReiterei eingebüsst, der römische Schriftsteller Cincius Alimentus giebt,wie Titus Livius anführt, im Ganzen sogar 36,000 Mann an.

In Bezug auf die von ihm zurückgelegten Entfernungen erübrigt zubemerken, dass diese nach Polybius' Berechnung von Neu-Karthago biszum Iberus 2600 griechische Stadien oder 325 römische Meilen (etwa 65deutsche Meilen oder 455 Werst), vom Iberus bis Emporiä an der Grenzezwischen Hispanien und Gallien 1600 Stadien oder 200 römische Meilen,von Emporiä bis zum Rhodanus auch 1600 Stadien, vom Rhodanus biszu den Alpen 1400 Stadien oder 175 römische Meilen, und vom Eintrittin die Alpen bis zum Ausgang aus denselben 1200 Stadien oder150 Meilen betrugen, im Ganzen also 8400 Stadien oder 1050 römischeMeilen (210 deutsche Meilen oder 1470 Werst), die in sechs Monaten(vom Mai bis November) zurückgelegt wurden.

Was den Uebergang über die Alpen selbst anbelangt, so ist zu sagen,dass er bezüglich der Schwierigkeiten, Gefahren und Verluste in die dreifolgenden Abschnitte zerfällt: der erste unbedeutendste vom Rhodanusbis zum Eintritt in die Alpen, der zweite grosse vom Eintritt in dieAlpen bis zu dem Kamm, der dritte grösste vom Kamm herab biszum Fusse derselben. Vom Rhodanus bis zu den Alpen hatte der Zugkeine besonderen Schwierigkeiten, Gefahren und Verluste, der Eintrittin die Alpen bedeutend mehr, am meisten das Hinabsteigen zu den itali-schen Ebenen. Nach des Polybius und Titus Livius Angaben hatte Hanni-bal hatte bei dem kurzen Wege von den Alpen hinab, der etwa l / 9 derEntfernung vom Eintritt in die Alpen bis Rivoli betrug und nur vier Tagewährte, unvergleichlich viel mehr Mühen, Fährlichkeiten und Verlustezu ertragen, obgleich kein Kampf mit den Galliern vorkam, als bei demHinaufsteigen in die Alpen, das 2 /:3 der ganzen Entfernung betrug undelf Tage währte, wobei er noch zweimal Gefechte mit den Galliern zubestehen hatte. Das kam erstens daher, weil überhaupt die Alpen von