38 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
endlich von Grenoble über Vizille, Bourg d' Oysant, PiedduLauturet, La Vachette und weiter wie oben angegeben.
3 Der Weg über den Kleinen St. Bernhard von der Isere-münd u n g aufwärts am linken KhöneuferbisVienne, von da überBourgoin, St. Genix, Yenne, le Bourget, Chambery undMontmeillan am linken Isereufer aufwärts über Conflans,Moustiers, den Kleinen St. Bernhard, Aosta, Bard undIvrea nach Turin.
Und endlich 4) der weiteste und mühseligste Weg über den GrossenSt. Bernhard von Vienne am linken Khöneufer .aufwärts bis zumGenfer See, am südlichen Seeufer entlang bis Bouveret und von daauf dem linken Rhoneufer bis Martigny, Branchier und denGrossen St. Bernhard nach Aosta und weiter wie oben angegeben.
Ohne von allen Eigenthtimlichkeiten und der Beschaffenheit dieserWege im Allgemeinen und besonders der beiden letzten zu reden, genügtes, sie auf einer Specialkarte zu verfolgen, um sich von den mehr oderweniger grossen Uebelständen zu überzeugen, welche diese im Vergleichzu dem Pass über den Mont Cenis darbieten.
Es erschien nicht überflüssig, hier mit einiger Ausführlichkeit vonallen diesen Wegen zu reden, einerseits, um den Uebergang Hannibal'süber die Alpen thunlichst aufzuklären, andererseits, weil in den neuerenkriegsgeschichtlichen Werken der Weg dieses Ueberganges verschiedenangegeben wird (so z. B. bei Vaudoncourt durch das Thal der Rhone,Dröme, eines rechten Rhonenebenflusses zur Durance und an dieser hinaufüber den Mont Genevre; bei Lossau über den Kleinen St. Bernhard aufdem angegebenen Wege u. s. w.), bald kürzer, bald ausführlicher oderauch nur mit der Behauptung, dass diese Frage von Vielen untersucht,aber vollständig von Niemand gelöst sei, und damit die Ausführungdieser Forschungen in den angegebenen Werken gefunden werden könne.
Wir kehren nunmehr zu den allgemeinen Resultaten dieses ganzenZuges Hannibal's über die Alpen zurück, in Bezug nämlich auf den durch-zogenen Raum, die dazu gebrauchte Zeit und den erlittenen Verlust,sowie die übriggebliebenen Streitkräfte seines Heeres.
Oben wurde schon gesagt, dass Hannibal Ende des Frühlings(zweifelsohne, nachdem die Ströme eisfrei und die Erde wieder mitKräutern zur Weide bedeckt war) von Neu-Karthago mit einem Heereaufbrach, dessen Stärke sich auf 102,000 Mann belief, von denen 11,000Mann unter Hanno in Hispanien auf dem linken Ufer des Iberus zurück-gelassen wurden*). Nach dem Uebergang über die Pyrenäen (vermuth-
*) 10,000 Carpetaner waren bekanntlich auch noch in Hispanien von Hannibalentlassen, resp. entwichen. Anmerkung des Uebersetzers.