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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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26 HI. Vom Tode Alexander^ d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

Gallier. Die Bojer, welche von Hannibal's Uebergang über die Pyrenäen,von seinem ungehinderten Durchzug durch das Land der aquitanischenGallier, und von seinem Anmarsch an den Rhodanus gehört hatten, diewahrscheinlich heimlich von ihm aufgewiegelt waren und baldige Unter-stützung von ihm erwarteten, erhoben sich, reizten auch die Insubrer aufund überfielen die römischen Colonisten in Placentia. Die dort befind-lichen römischen Commissäre retteten sich nach Mutina ^heilte Modena)und wurden von den Bojern und Insubrern darin belagert. Der PrätorManlius, welcher zu dieser Zeit, wie es scheint, noch an der ligurischenGrenze stand, rückte mit seiner Armee durch Parma vor Mutina. OhneVorsichtsmassregeln in unkluger Eile gegen Mutina rückend, schlug erden kürzesten Weg ein, welcher durch dichte Wälder in der Gegend vonPlacentia führte, fiel in einen Hinterhalt und wurde von den Galliernübel zugerichtet, sodass er kaum eine Waldlichtung erreichen konnte,wo er ein verschanztes Lager bezog. Die Gallier griffen ihn nicht weiteran, sondern zogen ab, und nun setzte er seinen Zug durch dieselbenWaldungen fort, wurde aber bald wieder von den Galliern angegriffenund genöthigt, mit Verlust aus dem Walde herauszugehen und nach Ta-netum sich zurückzuziehen (heute Tenedo nahe bei Parma), wo er sichmit Schanzen umgab und von den Galliern belagert wurde. Von Romaus wurde sofort der zweite Prätor Atilius mit 1 römischen Legion undund 5000 Mann Bundesgenossen (im Ganzen 9300 Mann) von Scipio'sArmee dem Manlius zu Hilfe geschickt. Die Gallier aber hoben die Be-lagerung von Mutina und Tanetum auf, als sie den Anmarsch des Atiliuserfuhren.

Scipio hob eilends eine neue römische Legion aus, schiffte sich inOstia mit seinen Truppen ein und fuhr längs der Küste des ligurischenMeeres in fünf Tagen nach Massilia, wo er an der östlichen Rhodanus-mündung landete und auf dem linken Ufer ein Lager aufschlug; hier er-fuhr er, dass Hannibal die Pyrenäen bereits überschritten habe, was ergar nicht glauben wollte. In der Annahme, dass Hannibal noch weit ent-fernt sei und nicht sobald am Rhodanus anlangen werde, blieb er inseinem Lager und sandte nur eine Abtheilung von 300 römischen und200 gallischen Reitern auf Wunsch der Einwohner von Massilia am linken-Rhodanusufer stromauf. Es war dies seinerseits ein grober Fehler: statt500 Reiter auf Recognoscirung auszuschicken, hätte er klüger gethan,selber am Rhodanus stromauf zu gehen, da sein Ziel sein musste, demHannibal den Weg nach Italien zu verlegen.

Hannibal hatte indessen theils durch Unterhandlungen und Geld,theils durch Drohungen die narbonischen wie auch die aquitanischenGallier vermocht, ihn unangefochten durchzulassen und zog nun durch dieheutigen Städte Narbonne und Kimes zum Rhodanus, vier Tagemärsche