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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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12 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

Hainilkar aber und sein ganzes Streben gegen Rom«, fährt Polybius fort,»muss man dies als ein unzweifelhaftes Zeugniss betrachten, wie es sichdenn auch durch die Thatsachen selber bestätigt hat. Denn sowohl inseinem Schwiegersohne Hasdrubal als auch in seinem Sohne Hannibalschuf er den Römern solche Feinde, dass es unmöglich gewesen wäre, ihrefeindselige Stimmung zu überbieten. Hasdrubal zwar nun starb vorher,ehe er sein ganzes Vorhaben hatte an den Tag legen können; dem Han-nibal aber gestatteten es die Umstände, seinen vom Vater vererbten Hassgegen die Römer in vollem Maasse kund zu thun.«

Das Urtheil des Polybius ist unstreitig und unzweifelhaft richtig. DurchVergleichung dieser kurzen und bündigen Erzählung mit der umständ-licheren und ausführlichen Darstellung des Titus Livius und durch Ver-vollständigung der einen aus der andern mit Hülfe einer vorsichtigen undstrengen Kritik und sorgfältiger Forschungen sind die historischen Schrift-steller der neueren und neuesten Zeit zu dem übereinstimmenden Schlüssegekommen, dass der Plan zum zweiten punischen Kriege (wieihn die Römer nannten) oder des Hannibalischen Krieges (wiePolybius und die übrigen Griechen ihn nannten), den Hannibal zurAusführung brachte, schon von Hamilkar entworfen undbei seinem Tode auf Hasdrubal übertragen wurde. Heutzu-tage gilt dies bereits als eine zweifellose Wahrheit, die keines Beweisesweiter bedarf.

Das Kolossale dieses Planes, seiue Kühnheit und Schwierigkeitspringen ebensosehr in die Augen, wie die Vortheile und der Nutzen imFall seines Gelingens. Bevor der Krieg nach Italien selbst getragenwerden konnte, musste notwendigerweise erst die Eroberung von Hi-spanien vollbracht und dies Land dauernd und fest in Besitz genommensein, es mussten alle die nothwendigen Kriegsvorbereitungen zu demZuge zu Lande nach Italien getroffen und dann die enormen Hindernisseüberwunden werden, welche die Natur in Gestalt zweier der höchstenGebirgszüge, Pyrenäen und Alpen, entgegenstellte. Aber auch die Hin-dernisse waren zu besiegen, welche die Bewohner bereiteten, dietapferen kriegerischen Gallier zwischen den Pyrenäen, Alpen und Nord-italien. Und zwar galten alle diese Hindernisse zu jener Zeit mit Rechtals unüberwindlich und waren es in derThat für Armeen mit allem ihremZubehör, Reiterei, Lastthieren und Tross, und für die karthagischeArmee, bei welcher Elephanten im Gebrauch waren, in erhöhtem Maasse.Um aber alle diese Schwierigkeiten und Hemmnisse mit Erfolg überwin-den zu können, war es erforderlich, auch noch bleibende und zuverläs-sige Verbindungen für die offensiv vorgehende Armee durch die durchzo-genen ungeheuren Landstrecken mit der Hauptoperationsbasis, Hispanien.herzustellen, denn nur von dorther konnte die karthagische Armee Ver-