22. Der erste punische Krieg von 264—241. 187
einschliessen, und die Entscheidung des Krieges liing unzweifelhaft nunvon einer Seeschlacht ab.
Gleich zu Anfang schlug Lutatius bei Aegimurus eine karthagischeFlotte, welche dem Hamilkar Lebensmittel zuführte, bald darnach abergingen eine Anzahl römischer Schiffe abermals durch einen heftigen Sturmunter, sodass beide Theile in gleicher Weise Verluste erlitten hatten.
Im J. 243 überfiel Hamilkar plötzlich die Stadt Eryx , erstürmte sieund schloss die römischen Truppen auf dem Gipfel eines Berges ein,er selbst aber ward nun von den römischen Truppen umringt und ein-geschlossen, welche Drepanum belagerten. In dieser Lage verbliebenHamilkar und die römischen Truppen lange Zeit, die äussersten Ent-behrungen erduldend.
Endlich im J. 241, nachdem die römische Flotte ausgebessert undergänzt worden, wurde Lutatius Catulus abermals mit ihr an die sicilischenKüsten entsandt. Auf die Kunde hiervon schickten die Karthager denHanno dorthin mit einer Flotte und dem Befehl, sich in keinen Kampfeher einzulassen, als bis die Flotte die Lebensmittel ausgeladen unddafür Hamilkar mit seinen Truppen aufgenommen habe. Lutatius musstenatürlich ihn auf jede Weise hieran verhindern, die Flotte des Hannogar nicht bis ans Ufer herankommen lassen, sondern sie zur Schlachtauf hoher See zwingen. Deshalb blieb er bei der Insel Aegusa liegen,Lilybäum gegenüber, und rüstete sich zur Schlacht. Obgleich der Windden Karthagern günstig war und die See ziemlich hoch ging, gründeteCatulus seine Berechnung und Hoffnung dennoch darauf, dass die kar-thagischen Schiffe schwerbeladen und deshalb wenig kampffähig waren,—und er hatte sich nicht getäuscht. In der That hatten diese Umstände,aber mit ihnen auch die persönliche von Catulus entwickelte Geschick-lichkeit, einen Einfluss auf das Endresultat dieser wichtigen Seeschlachtbei der Insel Aegusa. Catulus trug einen vollständigen Sieg davon undHanno wurde geschlagen: 50 Schiffe seiner Flotte wurden versenkt,90 weggenommen mit allen darauf befindlichen Mannschaften, — nur miteiner kleinen Zahl von Schiffen entkam Hanno zur afrikanischen Küste.Catulus landete darnach sogleich bei Lilybäum, zog nach Eryx und be-siegte Hamilkar in einer Schlacht, in welcher dieser über 2000 Mannverlor.
Die Kunde hiervon verbreitete Schrecken und Niedergeschlagenheitin Karthago. Die karthagischen Truppen auf Sicilien zu unterstützenwar unmöglich, denn die Römer herrschten zur See; dennoch überliessdie karthagische Regierung sich nicht ganz der Verzweiflung, sondern siebevollmächtigte Hamilkar, in Sicilien selbst zu entscheiden, ob der Kriegfortzusetzen oder Frieden zu schliessen sei. Hamilkar hegte unzweifel-haft schon weitere Pläne bezüglich eines zukünftigen Kampfes zwischen