21. Kriege der Römer von 343 bis 264. 159
grossen Theil nieder, nahm den Britomaris gefangen und verheerte dieLänder der Gallier weit und breit. Cäcilius Metellus dagegen wurdevon den Galliern und Etruskern bei Arretium aufs Haupt geschlagenund kam selbst mit sieben Tribunen und 13,000 Kriegern im Kampfeum. Nach dieser Niederlage nahmen die Gallier eine allgemeine Aus-hebung vor und zogen nun gegen Rom. Domitius rückte ihnen entgegenund besiegte sie vollständig. Die Trümmer der geschlagenen Gallierwarfen sich auf das Gebiet ihrer Stammesgenossen, der Bojer, aber Do-labella schlug sie beim See Vadimo derart, dass die senonischen Galliergänzlich aufgerieben wurden. Den aufs Aeusserste geschwächten Restender Gallier und Etrusker wurde im J. 283 der Friede bewilligt.
§. 137.Schluss.
Die oben dargestellten Kriege zwischen den Römern und den Romumgebenden und gegen dasselbe empörten, stärksten VölkerschaftenMittel-Italiens , zuletzt auch noch den italischen Galliern können als eineinziger zusammenhängender sechzigjähriger Krieg mit demselben Zweckund Charakter betrachtet werden und verdienen in der That Beachtung,sowohl in politischer, wie in kriegerischer Beziehung.
Samnium, Latium, Campanien, Etrurien und Umbrien waren fünfvon Natur reiche Landschaften, in denen Ackerbau und Gewerbe blühten,und welche von einer dichten und wohlhabenden Bevölkerung bewohntwurden. Die Völker selbst, oder, besser gesagt, die Völkerbünde standenmit den Römern auf gleicher Höhe des Staatswesens, einige (die Etruskerund Latiner) übertrafen sie sogar darin und standen ihnen weder in dermilitärischen Organisation und Formation der Truppen, noch an kriegeri-schem Sinn, Muth, Tapferkeit, noch an Kriegskunst nach. Und wenn siegleich zu Anfang des Krieges mit gemeinsamen Kräften gegen Rom sich er-hoben hätten, so hätten sie es vielleicht auch überwunden, oder wenigstenssehr ins Gedränge gebracht, eingeschränkt und geschwächt. Aber, wieaus unserer Darstellung ersichtlich , kämpften Anfangs die Samnitenallein, dann die Latiner und Campaner, dann Samniten, Etrusker undUmbrer, und nur die letzen 16 Jahre lang die Samniten, Etrusker,Umbrer und Gallier. So lange also ihre Kräfte noch frisch, ihr Landund ihre Mittel noch unberührt waren, bekämpften sie Rom einzeln, oderzwei Völker zusammen, —im grösseren Bunde, und zwar nicht einmal ineinem allgemeinen, sondern höchstens von drei italischen Völkern und denGalliern, aber erst gegen Ende des Krieges, als ihre Kräfte, ihre Mittelund die Leistungsfähigkeit ihrer Länder erheblich geschwächt resp. er-schöpft waren. Dabei war ihr Kriegszweck ein verschiedener: beidenEinen, den mit Rom verbündet gewesenen Latinern und Campanern,