21. Kriege der Römer'von'343 bis 264. 155
Während dessen hatten die Etrusker zum Schutz der Sämniten dieAVaffen ergriffen, und der in Etrurien befindliche Consul Appius Claudiusrief den Consul Volumnius aus Samnium zur Hülfe herbei. In Etruriensich vereinend, schlugen sie das vereinte Heer der Etrusker und Säm-niten aufs Haupt, brachten ihm grossen Verlust bei und nahmen dasfeindliche Lager ein. Auf dem Rückwege nach Samnium griff Volumniuseine samnitische Truppenabtheilung an, welche in das mit Rom ver-bündete Campanien und das falernische Land eingefallen war und unge-heure Beute daraus fortführte, schlug sie und machte einen Theil nieder,nahm den Rest gefangen und gab die Beute den rechtmässigen Eigen-thümern zurück.
Im J. 295 vereinten sich Etrusker , Umbrer. Sämniten und Gallierund bezogen zwei Lager, getrennt von einander, bei Clusium, an derGrenze zwischen Etrurien und Umbrien. Der zum fünften Mal gewählteConsul Fabius Maximus Hess, sobald er in dem römischen Lager inEtrurien eintraf, die Verpfählung ausreissen, hinter welcher AppiusClaudius bis dahin seine Armee hatte lagern lassen. und wechselte täg-lich die Stelle seines Lagers, um seine Truppen an starke Bewegungund Anstrengungen zu gewöhnen. Dann ging er persönlich nach Romzurück, um sich mit dem Senat zu berathen, und übertrug den Ober-befehl dem Proprätor Scipio. Durch die Unbedachtsamkeit dieses Letz-teren wurden die römischen Truppen bei Clusium unvermuthet von densenonischen Galliern überfallen und fast ganz aufgerieben. Bei derNachricht hiervon zogen die beiden Consuln Fabius Maximus und derzum vierten Mal gewählte Decius Mus mit zwei neu ausgehobenen Ar-meen nach Etrurien, der Proprätor Fulvius wurde mit den beiden altenArmeen zur Beobachtung in das vaticanische Land geschickt, der Pro-consul Volumnius blieb mit seinem Heere in Samnium. Auf diese Weisehatte Rom gleichzeitig fünf Armeen in der Stärke von 20 Legionen oder92,100 Mann aufgestellt. Durch die angegebene Dislocation der römi-schen Heere wurden die Kräfte des Feindes getheilt: die Etrusker zogenab zum Schutze ihres eigenen Landes, welches von den Römern verheertwurde. Fabius aber lieferte sofort mit seiner und des Decius Armee eineSchlacht, die bei der Stadt Sentinum stattfand, ausserordentlich hartnäckigund hitzig war und lange wüthete. Der Sieg schwankte lange Zeit,endlich wurde er zu Gunsten der Römer entschieden, durch die Behut-samkeit des Fabius und die Selbstopferung (devotio) des Decius Mus,der es seinem Vater in der Schlacht am Vesuv gleich machte. 25,000Verbündete wurden erschlagen, 8000 gefangen genommen, ihr Lagerfiel den Römern in die Hände, welche ihrerseits auch über 9000 MannTodte und viele Verwundete hatten. Während dessen hatte Fulvius inEtrurien erfolgreich operirt, die von Sentinum entflohenen Sämniten