146 HI. Vom Tode Alexander'» d. Gr. bis zum zweiten panischen Kriege.
absoluten Unterwerfung, entsetzte ihn aber seines Amtes und ernanntean seiner Stelle den Papirins Crassus. Diese Strenge cliarakterisirtwieder die straffen militärischen Sitten und Gebräuche der Römer zujener Zeit.
Die unerbittliche Strenge des Dictators hatte aber den Unwillen derrömischen Truppen gegen ihn erregt, und als im J. 324 der Dictator zumHeere zurückkehrte und den Samniten ein Treffen lieferte, hindertenihn die Truppen absichtlich zu siegen, um ihm nicht zum Triumph zuverhelfen. Papirius Crassus milderte aber seine Strenge und erwarbsich durch seine ausserordentliche Sorge für die Verwundeten die Liebedes ganzen Heeres. Diesem Umstände war es zu verdanken, dass inder nächsten Schlacht die Samniten total geschlagen und gezwungenwurden um Frieden zu bitten. Es ward ihnen aber nur ein Waffenstill-stand für ein Jahr bewilligt.
Im J. 323 fielen die Apulier gänzlich von dem Bündniss mit Rom ab,und die Samniten brachen den Waffenstillstand. In Folge dessen ver-wüsteten die Consuln Cajus Sulpicius und Quintus Aulius (oder Aemi-lius) ihr Land, ohne irgendwo auf Widerstand zu stossen.
Im J. 322 machten die Samniten grosse Rüstungen, in Rom aberwurde Aulus Cornelius zum Dictator ernannt und mit einem auserlesenenHeere nach Samnium geschickt. Nach achtstündigem heissem und blu-tigem Kampfe wurden die Samniten geschlagen und mit grossem Ver-luste zur Flucht gezwungen. Ihr Feldherr selbst war gefallen und ihreKraft so gebrochen, dass sie den Römern sogar den Urheber des Krieges,Brutulus Papius, auslieferten.
Nach der Angabe andrer Schriftsteller hätten die Consuln FabiusMaximus und Fulvius diesen Sieg errungen, -Aulus Cornelius dagegenwäre erst nach demselben zum Dictator erwählt worden.
Im J. 321 begann der Krieg aufs Neue, da die Friedens-Unterhand-lungen zu keinem Resultate geführt hatten. Die Samniten wählten dengleich geschickten und tapfern Cajus Pontius zu ihrem Feldherrn, wel-cher zu folgender List griff: durch als Hirten verkleidete, von ihm ent-sandte Krieger Hess er das falsche Gerücht aussprengen, dass das Sam-nitenheer sich in Apulien befinde und die mit Rom verbündete StadtLuceria belagere, — und er selbst legte sich inzwischen mit seinemganzen Heere in einen Hinterhalt, indem er bei Caudium ein Lager be-zog. Die übereinstimmenden Aussagen der verkleideten und einge-brachten Hirten veranlassten die Consuln Veturius Calvinus und SpuriusPostumius, auf dem nächsten Wege der Stadt Luceria zu Hülfe zu eilen.Dieser Weg führte durch einen Pass zwischen hohen mit Wald bedecktenBergen, der beim Ein - und Ausgang nur sehr enge Durchlässe hatte,bekannt unter dem Namen der caudinischenPässe (furcae Gaudinae).