Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

106 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.

den Königen) toga, später sagumoäer eigentlicher Kriegsmantel,von dickem festem röthlich gefärbtem Wollenzeug, zuerst viereckig,dann rund, bis zum Knie reichend, und auf der rechten Schulter odervorn zugenestelt; bei den niederen Truppenofficieren bestand er ausdünnerem Stoffe von weisser Farbe, und war etwas länger, bei demFeldherrn war er purpurfarben oder vdn dunkelrothem Zeug, reichte bisauf die Fersen, war mit einem Saume rund herum besetzt und hiesspaludamentum; 3) aus der penula, einem engen, nur mit einem Lochoben für den Kopf versehenen Oberkleid von grobem wollenem Zeugdunkelbrauner Farbe, mit einer Kapuze zum Zurückschlagen französischcapiichon) ; sie wurde von den Schildwachen, bei schlechtem, regne-rischem oder kaltem Wetter aber von Allen getragen; 4) aus der lacerna,der Penula ähnlich, nur von noch dickerem verschiedenfarbigem Stoffe;5) aus der leona, gleichfalls der Penula ähnlich, aber aus ganz dickemlanghaarigem Zeuge, das im Winter bei grosser Kälte übergezogen wurde. Bei der Cavallerie wurde für gewöhnlich dieselbe Kleidung getragen,wie bei der Infanterie, aber an Feiertagen, bei Ceremonien, Paraden undBesichtigungen eine weisse Toga (trabea) angelegt, die der Längenach und an den Enden mit Purpurstreifen besetzt war. Als Fuss-bekleidung trugen sie Sandalen [caligae), d. h. dicke lederne Sohlen,die mit Riemen an den Füssen befestigt waren.Wir fügen noch hinzu,dass die römischen Soldaten ihre Haare kurz schnitten und den Bartrasirten.

Von dem Pferdegeschirr der römischen Reiterei war schon obendie Rede (§. 124). Ebenda ist auch die Bewaffnung beschrieben,der Brustharnisch wurde über der Tunica getragen, die Beinschienen amnackten Fusse.

Kleidung und Rüstung für Alle, und Pferde für die Reiter wurdenvon der Regierung geliefert, zum Theil gegen Gehaltsabzüge, zumTheil in Anrechnung der beim Feinde gemachten Beute. Die Ausgabederselben und die Einhaltung der dafür gemachten Gehaltsabzüge lagenden Quästoren ob (s.S. 104). Aber während und nach dem zweiten puni-schen Kriege scheint, wegen des Steigens aller Preise, das Gehalt ohne Ab-züge ausgezahlt worden zu sein. Beschaffung der Armatur und Ersatz derwährend eines Feldzuges verloren gegangenen oder beschädigten Stückewaren Sache der einzelnen Soldaten, denen dafür Gehaltsabzüge gemachtwurden. Jeder Theil der Armatur wurde von besonderen Waffenschmieden-(späterhin in Waffenfabriken; verfertigt, die fertigen Rüstungen und W äffenin besonderen, unter Aufsicht der Quästoren stehenden Arsenalen auf-bewahrt.

Die Pferde der römischen Reiterei stellte die Regierung, es wurdevon dieser dagegen ausser der Bedingung des Census, noch die einer