84 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.
schienen (ocrea), ähnlich der griechischenKnemis (»«}{*£<;)-; besondersstark und solide für den rechten Fuss, den der römische Infanterist, dervorzugsweise mit dem Schwerte kämpfte, beim Gebrauch des Schwertesvorsetzte, und Schilde (scutum), viereckig, halbcylindrisch, vier undeinen halben Fuss im Umfang, die aus mehreren Schichten von Bretternaus starkem festem Holz zusammengeleimt, mit dickem Leder überzogenund an den Enden mit starken eisernen Beschlägen versehen waren;auch in der Mitte des Schildes befand sich ein scharfer Buckel von Eisen,mit welchem der Legionär im Handgemenge den Gegner niederschlagenkonnte; und 2) Angriffswaffen: als Hauptwaffe das Schwert [gla-dius), das spanische, zweischneidige, ohne Griff 2OV2 Zoll lang, zweiZoll breit, das zum Hieb und Stich gleich geeignet war; eine schwereLanze (Speer, pilum), drei Ellen (vier Fuss) lang, über zwei Zoll imDurchmesser, und eine leichte Lanze (Spiess, hasta), drei Ellen(vier Fuss) lang, aber weniger stark, für jeden Legionär; die scharfeSpitze derselben hatte einen Widerhaken, um die feindlichen Schildefassen und herunterziehen zu können. Die Triarier, welchen vorzugs-weise die Aufgabe zufiel, den entscheidenden Stoss in geschlossenerOrdnung auszuführen, waren anstatt mit solchen Lanzen mit Piken vonvierzehn Fuss Länge, ausserdem bisweilen noch mit einigen dünnen undleichten Wurfspiessen bewaffnet, die sie in der linken Hand in der Höh-lung des Schildes trugen.
Ganz allgemein betrachtet, hatte die Ausrüstung des römischenLegionars, sowohl die Schutzwaffen, als besonders die Angriffswaffen,vortreffliche Eigenschaften und wichtige Vorzüge. Die Schutzwaffen ge-währten durch ihre praktische und dauerhafte Construction genügendenSchutz, ohne die freie Bewegung des Körpers, der Beine und Hände zubehindern; die Angriffswaffen aber waren so vorzüglich gearbeitet undbeschaffen, und so ausserordentlich praktisch (namentlich das Schwert),dass in den Händen der kräftigen und gewandten römischen Soldatensie selbst die dicksten und stärksten Panzer und Schilde durchstiessenund schwere Wunden verursachten. Titus Livius sagt, dass in denKriegen der Kömer mit den Macedoniern und Griechen die schrecklicheWirkung des römischen Schwertes, welches mit einem Hiebe Kopf,Hände, Füsse etc. abtrennte, bei diesen Truppen besondere Bestürzungerregte. Noch schrecklicher war die Wirkung des römischen Schwertesden Galliern gegenüber, deren Waffen und Rüstungen schlecht geschmiedetwaren, deren Schwerter sich verbogen, stumpf wurden, zerbrachen etc.Deshalb war das Schwert die Haupt- und Lieblingswaffe der Römer unddurch sie erfochten sie vorzugsweise ihre Siege.
Ein anderer wesentlicher Vorzug der römischen Bewaffnung lagdarin, dass jede Truppengattung mit derselben zu jeder Art Dienst und