18. Macedonien, Griechenland und der Orient. 57
der Macht und des Ansehens der Seleuciden dort, vollkommen erreichthatte, — nur die Provinzen ausgenommen, welche schon vollkommenvon Syrien abgefallen waren.
Nun fasste er denEntschluss, auch alle die von Ptolemäus erobertensyrischen Provinzen am Ufer des mittelländischen Meeres wieder zu er-langen, wozu ihm der Tod Ptolemäus' IV. und die Unmündigkeit seinesSohnes und Nachfolgers Ptolemäus' V. Epiphanes*) (204) der geeigneteZeitpunkt schien. Er schloss zu diesem Zwecke ein Bündniss mit Phi-lipp von Macedonien, wonach ihm Cölesyrien, Phönizien und Judäa —und Philipp Karien und Aegypten gehören sollten: im Stillen beab-sichtigte er aber, wie es scheint, Aegypten für sich selbst zu erobern.Im J. 203 warf er sich mit solchem Nachdruck und solcher Energie aufPhönizien und Cölesyrien, dass er er in zwei Campagnen (203—202)diese beiden Länder vollständig unterwarf. Philipp führte inzwischen inKleinasien Krieg mit Attalus von Pergamus und mit den Rhodiern. undward von den Letzteren bei der Insel Chios geschlagen (s. oben). An-gesichts des gegen Aegypten gerichteten drohenden Bündnisses zwischenAntiochus und Philipp hatte Aristomenes, der Vormund Ptolemäus' V.,sich an den römischen Senat gewandt und diesem angetragen, die Vor-mundschaft und den Schutz des unmündigen Ptolemäus V. zu über-nehmen. Der römische Senat, der schon vorher in freundschaftlichenBeziehungen zu Aegypten gestanden hatte, ging bereitwilligst auf desAristomenes Vorschlag ein und schickte Gesandte an Philipp und Antiochusmit der Forderung, dass sie ihre Truppen aus ägyptischem Gebiet heraus-ziehen sollten. Da aber keiner von Beiden gewillt war, dieser ForderungFolge zu geben, so erhielt der ägyptische Feldherr Skopas den Auftrag,die syrischen Truppen aus Phönizien und Cölesyrien zu werfen, was erauch glücklich durchführte (201—200). Dadurch wurde Antiochus. derinzwischen den Attalus von Pergamus mit Krieg überzogen hatte, ge-zwungen, mit diesem Frieden zu schliessen und nach Phönizien undCölesyrien zu rücken. In kurzer Zeit gelang es ihm, Skopas wieder ausbeiden Provinzen zu drängen und sie zurück zu erobern (199—198), undnun beschloss er, auch alle jene Provinzen wieder unter seine Gewalt zubringen, welche in Kleinasien einst Seleukus I. gehört hatten. Dies aberverwickelte ihn in feindliche Beziehungen zum römischen Senat und end-lich in einen Krieg mit Rom, — welcher an seiner Stelle dargestelltwerden soll.
'Eiroowfc, der Berühmte. Anm. d. Uebers.