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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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18. Macedonien, Griechenland und der Orient. 51

in Kleinasien Krieg (s. oben). Während dessen hatte Ptolemäus I. vonAegypten vor der Schlacht bei Ipsus sich nur im äussersten Nothfalleund mit grosser Behutsamkeit in die Kriege der Nachfolger Alexandersin Asien eingemischt, aber so, dass die Sicherheit und der VortheilAegyptens nie darunter litt, und bei den zweimal gegen ihn gerichte-ten Angriffen Jener hatte er sie nicht nur geschickt abgewehrt (s. S. 19.26 ff.), sondern seinen Besitzungen ausserhalb Afrika noch Phönizien.Judäa, Cölesyrien und die Insel Cypern, und in Afrika Cyrene oder Kyre-na'ike, Libyen und, wie es scheint, auch einen Theil von Aethiopien hin-zugefügt ; nach der Schlacht bei Ipsus regierte er bis an sein Lebens-ende friedlich. Solchergestalt herrschte im Orient, Asien und Aegyptenunter Seleukus I. und Ptolemäus I. zwanzig Jahre hindurch nach derSchlacht bei Ipsus vollständiger Friede. ein äusserst seltenes undhöchst merkwürdiges Ereigniss! Nach des Seleukus und Ptolemäus Ab-sterben sahen deren Söhne und Nachfolger, nämlich des ErsterenAntiochus I. Soter (281262), und des Zweiten Ptolemäus II. Phila-delphus (284246) sich genöthigt, Kriege zu führen, Antiochus I. miteiner Menge Städte Kleinasiens, welche sich dem Seleukus I. freiwilligunterworfen hatten, von Antiochus aber abfielen, und die er mit Gewaltder Waffen zurückgewinnen wollte, ferner mit den Galliern und demKönig Nikomedes I. von Bithynien. Ptolemäus IL aber in Afrika mitdem sich gegen ihn empörenden Magazes, seinem leiblichen Bruder,dem Statthalter von Cyrene. Dieser letztere Krieg verwickelte dannwieder in Folge gegenseitiger Familienintriguen und Streitigkeiten unddes Einflusses der Weiber aus beiden Königsfamilien, den Antiochus undPtolemäus in Krieg mit einander.

In Kleinasien riss sich gleich nach dem Tode Seleukus' I. die Pro-vinz Bithynien von Syrien los, und Antiochus bemühte sich vergeblich,sie mit Waffengewalt wieder zu unterwerfen (279;. Der erste Königvon Bithynien, Nikomedes, rief die Gallier zu Hülfe, nahm sie alsMiethstruppen in seinen Dienst und trat ihnen Ländereien ab (s. S. 35).Von da an vollführten die Gallier häufig verheerende Einfälle in dassyrische Gebiet, wurden aber im J. 275 von Antiochus in der Nähe desTaurusgebirges aufs Haupt geschlagen. Darauf lag Antiochus noch einigeJahre lang mit Nikomedes im Kriege, bis er durch Magazes mit Ptole-mäus in Streit verwickelt wurde. Magazes hatte sich im J. 266 gegenLetzteren empört und stand im Begriff, einen Zug nach Aegypten zuunternehmen, als ein Aufstand in seiner Provinz Marmarike ihn davonabhielt, und nun bewog er seinen Schwiegervater Antiochus, seinerseitseinen Feldzug nach Aegypten zu machen. Aber Ptolemäus schlug denAntiochus zurück, fiel selbst in Syrien ein, verwüstete dessen Küsten-gebiet, ohne auf Widerstand zu stossen, und kehrte (264) nach Aegypten