34 III- Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.
und Pyrrhus. schlug aber den Ersteren zu Lande und zur See und schlossmit dem Letzteren einen Vertrag, wonach Pyrrhus unter gewissen Be-dingungen Macedonien an Ceraunus abtrat (281). Kaum aber hatte ersich auf dem Throne befestigt, als die schrecklichen Einfälle der Gallierin Macedonien begannen.
Gallische Stämme hatten schon seit langer Zeit auf der Länderstreckezwischen der oberen und mittleren Donau und dem mittelländischen undadriatischen Meere sich niedergelassen und Streifzüge und grössere Ein-fälle nach Nord- und sogar Mittelitalien unternommen. Da sie aber hierauf den starken Widerstand der Römer stiessen (I. Th., 17. Kap., §. 110und 111), so wandten sie sich nach Südosten und begannen Einfälle inThracien, Päonien, Illyrien und Macedonien. Ihr erster Einfall unterihrem Führer Kambaulus, im J. 280, erstreckte sich nur bis nach Thra-cien, weil die Kräfte der Gallier nicht sehr bedeutend waren. Der zweiteaber, im J. 279, ward schon mit gewaltiger Macht ausgeführt und zwarin drei Richtungen: nach Thracien unter Ceretrius' Führung, nach Päo-nien unter Brennus und Acichorius, und nach Illyrien und Macedonienunter Belgius. Ceraunus zog dem Letzteren mit einem Heere entgegen,wurde aber geschlagen und fiel im Kampfe, und die Gallier verwüstetenMacedonien aufs Schrecklichste. Hier wurden an Ceraunus' Stelle kurznach einander zum König ausgerufen und bald wieder wegen ihrer voll-kommenen Unfähigkeit abgesetzt: zuerst Meleager, Bruder des Ceraunus,und dann Antipater, Kassander's Sohn, — und in dem unglücklichenMacedonien herrschte vollkommenste Anarchie. Einer der macedonischenFürsten, Sosthenes. nahm die Macht in seine Hände, sammelte ein Heerund vertrieb die Gallier. Aber im folgenden Jahre, 278, machten unterdes Brennus und Acichorius Anführung die Gallier einen dritten, nochweit stärkeren und schrecklicheren Einfall, und zwar diesmal nicht alleinnach Macedonien, sondern durch dasselbe hindurch hauptsächlich nachGriechenland, das sie ausplündern wollten und wobei es vorzugsweiseauf die Schätze des delphischen Tempels abgesehen war. In Macedonienzog ihnen wiederum Sosthenes entgegen, ward aber besiegt und er-schlagen, und nun brachen die Gallier in zwei Richtungen sengend undbrennend in Griechenland ein. Von der allgemeinen Gefahr in Schreckengesetzt, verbanden sich alle Griechen und stellten den Galliern bei denThermopylen ein Heer, aber von nur 20,000 Mann (bis zu solchem Gradewar Griechenland bereits erschöpft und ohnmächtig!) entgegen. Nunwiederholte sich hier, was schon zur Zeit des Xerxes-Einfalles bei denThermopylen geschehen war, — die Gallier umgingen die Griechen aufeinem von diesen nicht besetzten und durch Verräther den Galliern ge-zeigten Bergpfade über den Oeta, zwangen die Griechen zum Abzug undeilten nach Delphi. Hier aber leisteten die Griechen erneuten Widerstand