18. Macedonien, Griechenland und der Orient. 29
nichtete, die unter Ptolemäus sich zu ausserordentlicher Höhe erhobenhatten. Dazu aber bedurfte Antigonus der Mitwirkung der Insel Rhodus,die durch Handel zur See bedeutend erstarkt war und die zweite Stellenach Aegypten behauptete. Als die Rhodier aber dem Antigonus ihreMitwirkung versagten, begann alsbald auch zwischen ihm und ihnenein Krieg. Im J. 305 belagerte Demetrius zu Land und Wasser dieStadt Ehodus, und bei dieser denkwürdigen Belagerung, einer der inter-essantesten des Alterthums, erschöpfte er alle Mittel, welche die Machtseines Vaters ihm nur irgend schaffen konnte und die damaligen griechi-schen Wissenschaften: Mechanik und Belagerungskunst, sowie seineeigene Erfindung (s. S. 13 Helepolis) und Kunst ihm darboten. DieRhodier dagegen vertheidigten sich ihrerseits mit solch ausserordent-licher Tapferkeit, Ausdauer und Kunst, dass Demetrius endlich gernbereit war, die Belagerung unter irgend welchem leidlichen und nichtschimpflichen Vorwande aufzuheben. Und ein solcher bot sich ihm balddurch die sich von selbst so fügenden Umstände dar. Im J. 304 wandtensich zu gleicher Zeit die Aetolier an ihn mit der Bitte um Hülfe gegenKassander, verwendeten sich viele griechische Städte zu Gunsten derRhodier, und boten diese Letzteren selbst gern die Hand, indem sie ihrer-seits Alles thaten, um dem Demetrius den Schimpf der Aufhebung einerBelagerung zu mildern, die ihm so viel Zeit, Mühe, Geld und Soldatengekostet hatte. In Folge dessen wurde (304j Friede geschlossen, inwelchem Rhodus unabhängig erklärt wurde, aber 100 Geissein stellenmusste, als Bürgen dafür, dass es nicht feindlich gegen Antigonus undDemetrius auftreten werde.
Nun eilte Demetrius nach Griechenland, wo Kassander seine Machtausgedehnt, in viele Städte Besatzungen gelegt und Athen auf alle Weisebedrängt hatte. Demetrius vertrieb, nachdem er in Aulis gelandet war, dieTruppen Kassander's aus Böotien, schloss einen Bund mit den Aetoliernund zog feierlich in Athen ein, wo er den Winter 304—303 zubrachte. ImJ. 303 vertrieb er die Garnisonen Kassander's aus den achäischen Städten,— bei den isthmischen Spielen in der Nähe von Korinth veranlasste erdie Griechen, ihn in gleicher Weise wie Philipp von Macedonien undAlexander d. Gr. zum Strategen von ganz Griechenland zu ernennen,und dann ging er, nachdem er von Antigonus Befehl erhalten hatte,Macedonien und Thracien zu erobern, bis an die Grenzen des ersterenLandes vor. Kassander bat um Frieden, Antigonus aber, der sich zumalleinigen Nachfolger Alexander's d. Gr. proclamirte, forderte unbedingteUnterwerfung. Die Folge davon war ein neues Bündniss zwischen Kas-sander, Lysimachus, Seleukus und Ptolemäus gegen Antigonus undDemetrius und eine Erneuerung des Kampfes gegen diese. — Im J. 301zogen die Verbündeten zu gleicher Zeit nach Kleinasien, wo Antigonus