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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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28 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten pumschen Kriege.

reichen Geldmitteln nach Griechenland. Demetrius, ungewöhnlich fähig,scharfsinnig, thätig, tapfer und geschickt, aber zugleich höchst grausamund ausschweifend, wurde bei seiner Ankunft im Piräeus von den Athenernals Befreier empfangen und setzte die Demokratie wieder ein. Der weiseKegent von Athen, Demetrius Phalereus, ging nach Alexandrien inAegypten, wo Ptolemäus eine Freistätte für alle griechischen Verbanntenund Gelehrten eröffnet hatte. Die kassandrische Besatzung von Mu-nychia wurde zur Uebergabe gezwungen. Kurz nachher aber, noch imselben Jahr 308 rief Antigonus den Demetrius aus Athen ab und sandteihn nach Cypern, um sich dieser Insel zu bemächtigen, welche Ptolemäusunter ägyptische Botmässigkeit gebracht hatte. Im Jahr 307 landeteDemetrius auf Cypern, schlug Menelaus, Ptolemäus' Bruder, in einerentscheidenden Schlacht und belagerte ihn darauf zu Wasser und zuLande in der Hauptstadt Salamis. Ptolemäus, für welchen die InselCypern wegen ihres Reichthums an Schiffsbauholz, das für den Bedarfder ägyptischen Flotte sich sehr eignete, höchst wichtig und nothwendigwar, brachte eiligst zur See Hülfe nach Salamis, wurde aber von De-metrius in einer grossen Seeschlacht geschlagen, einer der bedeutendstenund merkwürdigsten Schlachten des Alterthums, wegen der ungeheurenZahl und Grösse der Schiffe sowohl, als wegen der von beiden Seitenaufgebotenen grossen Kunst. Demetrius nahm und versenkte 80 ägyptischeSchiffe und unterwarf bald darauf Salamis und die ganze Insel Cypern(307). Nun nahm Antigonus, wie er schon lange beabsichtigt hatte, dieKönigswürde an und ertheilte sie auch seinem Sohne Demetrius. SeinemBeispiel folgten Ptolemäus, Lysimachus und Seleukus.

Nach der Eroberung von Cypern beschloss Antigonus, den Ptolemäusvollständig zu erdrücken, ihn aus Aegypten zu vertreiben und diesesLand sich zu unterwerfen. Zu diesem Zweck unternahm er im Jahre 306 ,längs der Küste des mittelländischen Meeres einen Zug nach Aegyptenmit 80,000 Mann Fussvolk, 8000 Mann Reiterei und 80 Elephanten, zurSee längs des Ufers von einer grossen Flotte unter Demetrius begleitet.Aber ein solches Land wie Aegypten zu erobern, namentlich wenn es voneinem so geschickten Feldherrn wie Ptolemäus vertheidigt wird, warnicht leicht, und deshalb hatte dieses Unternehmen trotz der Geschick-lichkeit des Antigonus und Demetrius und trotz ihrer ungeheuren Streit-kräfte zu Lande und zur See keinen Erfolg. Ptolemäus nutzte mit grossemScharfsinn alle die natürlichen Vortheile und Eigenthümlichkeiten aus,welche Aegypten für die Vertheidigung bot, und vereitelte durch aus-gezeichnete Massregeln und Operationen alle Anstrengungen des Anti-gonus und Demetrius. Nun beschloss Antigonus, den Ptolemäus wenig-stens von der See abzuschneiden, indem er ihm alle Häfen wegnähmeund seine grossen Streitkräfte zur See und den Handel Aegyptens ver-