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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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18. Macedonien, Griechenland und der Orient. 23

Reiterabtheilung stehen Hess, um Antigonus in Täuschung zu erhalten.Seine List gelang: Antigonus behielt sein Heer unter den Waffen zumKampfe bereit, bis er von seinen leichten Truppen die Meldung bekam,dass Eumenes abgezogen sei. Nun brach Antigonus eilends auf, ihmnach, da er aber erfuhr, dass Eumenes schon einen Vorsprung von sechsZeitstunden habe, so jagte er mit seiner gesammten Reiterei hinter ihmher und erreichte mit Tagesanbruch die Queue der feindlichen Armee,die eben von den Bergen herabstieg. Antigonus hielt an und postirteseine Reiterei auf die Anhöhen. Eumenes, überzeugt, dass hinter desAntigonus Reiterei dessen ganzes Fussvolk folgen werde, machte gleich-falls Halt und forrnirte sich in Schlachtordnung. Während dessen kamdas Fussvolk des Antigonus heran und er stellte ebenfalls seine Armeein Schlachtordnung auf. Beide hatten denselben Wunsch, sich zu schla-gen, um die für jeden von ihnen günstige Provinz Gabiene zu ge-winnen. In der nun hier entbrennenden Schlacht wurden die linkenFlügel beider Armeen zurückgeworfen, aber die sinkende Nacht beendeteden Kampf, und obgleich weder Antigonus noch Eumenes einen entschie-denen Sieg errungen hatte, so behauptete doch der Erstere das Schlacht-feld, hatte aber mehr Verlust erlitten, als der Letztere. Da in Folgedessen die Truppen des Antigonus den Muth sinken Hessen, so wagte erkeinen neuen Kampf und zog für den Winter weit fort in das nördlicheMedien; Eumenes setzte dagegen seinen Marsch nach Gabiene fort undbrachte den Winter (318317) dort zu. Seine Tnvppen aber hatten, un-gehorsam gegen seinen Befehl, sich in möglichst nahe bei einander ge-legene Orte zu legen, vielmehr diejenigen Orte ausgewählt, welche ihnenam angenehmsten erschienen, und konnten also im Fall eines plötzlichenfeindlichen Angriffs nicht, wie Eumenes es gewollt hatte, sich leicht undrasch gegenseitig unterstützen. Antigonus, der hiervon durch seine SpioneNachricht hatte, beschloss sogleich, die Armee des Eumenes unvermuthetin ihren Winterquartieren zu überfallen und sie in einzelnen Abtheilungenzu schlagen. Aus der Aufstellung des Antigonus führten zwei Wege nachGabiene, der eine direct, durch bewohntes Land, bequem für denMarsch und die Verpflegung der Truppen, der andere ein Umweg, durchunbebaute Gegenden und unfruchtbares Gebirgsland, ohne irgend einenderVörfheile und Annehmlichkeiten des ersteren. Antigonus aber wähltegerade diesen zweiten, weil er unmittelbar auf die Mitte der in denWinterquartieren dislocirten Armee des Eumenes stiess. Er befahl seinenTruppen auf zehn Tage Vorräthe, der Beiterei Hafer, Fourage undSchläuche zum Transport von Wasser etc. mitzunehmen, und sprengtedas Gerücht aus, er gehe nach Armenien. Es war dies sehr wahrschein-lich, weil die geschwächte Armee des Antigonus dringende Ursache hatte,sich von jener des Eumenes zu entfernen, Armenien aber ihr alle Mittel