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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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14 III- Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zum zweiten pnnischen Kriege.

Mechanismus, und von aussen auf der hinteren Seite. Aber auch dieRhodier entwickelten ihrerseits eine nicht geringere Kunst in der Er-findung und Ausführung neuer Vertheidigungsarbeiten und Constructionenund machten durch ihre ungewöhnlich mannhafte und hartnäckige Gegen-wehr alle Anstrengungen des Demetrius zu Schanden, so dass dieser baldFrieden mit ihnen schloss und die Belagerung aufhob (s. unten). Ausser-dem verdienen noch besondere Beachtung: die enge EinSchliessung desEumenes durch Antigonus (320319) in der Bergfeste Nora in West-asien, die vierzehn Monate währende Belagerung von Tyrus durchAntigonus (314313) und die Belagerung Athens durch Demetrius (287),das er durch Hunger zur Uebergabe zwang. Auch die übrigen zu dieserZeit durch die Feldherren Alexanders ausgeführten EinSchliessungen undBelagerungen von Städten sind in Bezug auf die Kunst der Belagerungmehr oder minder bemerkenswerth und geben Zeugniss von dem hohenGrade der Entvvickelung dieser Kunst.

Nach der Schlacht bei Ipsus blieb, wie schon gesagt, die griechisch-macedonische Kriegskunst in Macedonien und Griechenland bis zu derenUnterjochung durch die Römer, im Orient aber bis zum Tode Seleu-kus' I. in Syrien und Ptolemäus' III. in Aegypten auf demselben Stand-punkte stehen. Beweis dafür sind die Kriegsthaten und Operationen:1) des Demetrius Poliorcetes bis zu dessen 281 erfolgtem Tode, seinesSohnes Antigonus I. Gonatas (281243), seines Enkels Antigonus II.Doson (233221), und der letzten macedonischen Könige Philipp II.und Perseus, welche zwar von den Römern besiegt wurden, aber dochmehr in Folge ihrer politischen und militärischen Fehler, als in Folgedes Verfalls der griechisch-macedonischen Kriegskunst; 2) des Pyr-rhus, Königs von Epirus; 3) des Kleomenes, Königs von Sparta;4) des Philopömen, Strategen des achäischen Bundes; 5) des Seleu-kus I. von Syrien; und 6) des Ptolemäus II. und namentlich des Ptole-mäus III. von Aegypten (s. unten). Diese Alle waren begabte, geschickteFeldherren; ihre Kriegsthaten und Operationen zeugen unzweifelhaft vonihrer persönlichen Geschicklichkeit, wie davon, dass die griechisch-macedonische Kriegskunst im Allgemeinen noch auf ihrer alten Höhestand und, zum letzten Male, ihren alten Glanz bewährte.

Im Orient dagegen neigte sie sich nach des Seleukus I. und Ptole-mäus III. Tode allmälig dem Verfalle zu und vertauschte ihren euro-päischen Charakter gegen den seit alten Zeiten dem Orient eigenthüm-lichen. Die letzten unfähigen und unwürdigen Seleuciden und Ptolemäergestatteten ihren entarteten Truppen nach Belieben ein weichliches undmüssiges Leben zu fuhren und sahen ihnen die verschiedensten Ueber-tretungen und die Erschlaffung der militärischen Disciplin nach, indemsie zugleich die Regeln der Taktik und der übrigen Zweige griechisch-