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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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454 Beilagen.

nach der Seite von Mantinea ableitete. Durch diesen Rückzug hoffte Agis dieVerbündeten von ihren Bergen in die Ebene herabzulocken. Und wirklichwussten die Verbündeten, aufs Aeusserste erstaunt über diesen Rückzug desspartanischen Heeres, zuerst gar nicht, was dies bedeute, und begannen ihreAnführer des Verraths zu beschuldigen, zugleich fordernd, dass diese sie in dieEbene hinabführen sollten zur Verfolgung des spartanischen Heeres. Am andernTage kehrte Agis zu dem Orte seiner vorigen Aufstellung zurück; als das spar-tanische Heer in Marschordnung dort ankam, sah es zu seinem grössten Er-staunen und, wie-Thucydides sagt, zu allgemeiner Bestürzung, dass die Ver-bündeten ihm bereits in der Ebene gegenüber ständen, vollkommen geordnetund zur Schlacht bereit, während des Agis Heer noch in der Bewegung undin Marschordnung war; daher erklärt sich auch die Verwunderung und derSchreck desselben. In Folge dessen begann das Heer des Agis nun sofort sichin grösster Eile aus der Marschformation zur Schlachtordnung zu entwickeln,und zwar: auf der rechten Flanke standen die arkadischen Truppen, nebendiesen nach links die spartanische auserlesene Schaar, in der Mitte die sparta-nische Phalanx, auf der linken Flanke die spartanischen Neodamoden (die neu-aufgenommenen Bürger), die Truppen, welche unter Brasidas in Thracien ge-dient hatten und 600 Mann Sk'iriten, endlich auf den äussersten Enden beiderFlanken die Reiterei. Bei den Verbündeten bildeten die mantinei'schen Truppenden rechten Flügel (deshalb, weil das Treffen auf mantinei'schem Boden statt-finden sollte), im Centrum standen die 1000 Mann der auserlesenen Schaar derArgiver und deren übrige Truppen, auf dem linken Flügel die athenischenTruppen, und auf deren linker Flanke die athenische Reiterei. Thucydidesgiebt die Stärke der beiderseitigen Heere nicht an, nur das ist gewiss, dass dasspartanische Heer das stärkere war.

Während das spartanische Heer sich ordnete, hatten sich die Verbündetennicht vom Fleck gerührt, als aber das Erstere stand, da rückten beide Heeregleichzeitig auf einander los, das verbündete rasch und hitzig, das spartanische,seiner Gewohnheit gemäss, in gemessenem Gleichschritt »nach der Musik derFlöten«. Hierbei suchten beide rechte Flügel die linken feindlichen zu um-gehen , und die Mantineer (der rechte Flügel der Verbündeten) waren schon soweit ausgedehnt, dass Agis, aus Besorgniss, dass sein linker Flügel umfasstwerden könnte, den Skiriten und den Truppen des Brasidas befahl, sich wäh-rend des Vormarsches weiter nach links, denMantineern gegenüber auszudehnen,und zwei Polemarchen aufgab, mit zwei Lochen oder Abtheilungen der sparta-nischen Phalanx sich gleichfalls während der Bewegung vom rechten Flügelnach links an die Stelle der Skiriten und Truppen des Brasidas zu ziehen.Diese fehlerhaften Anordnungen des Agis hätten beinahe die Niederlage seinesganzen Heeres zur Folge gehabt. Die Skiriten und des Brasidas Truppen zogensich links, die beiden Polemarchen aber gehorchten dem Agis nicht, so dass einweiter Zwischenraum, eine Lücke in der Linie entstand. Die Mantineer be-