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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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17. Die Römer. 429

Bewohner der latinischen Städte oder von Latium, und Andere zu ver-wenden. Sie beliessen den Verbündeten ihre eigenen Gesetze und Regie-rungsformen und bildeten aus ihnen verbündeteLegionen, welchegleiche Zusammensetzung und Organisation hatten, wie die römischen.Der Senat bestimmte die Anzahl der Truppen, welche von den Verbün-deten gestellt werden sollten, Zeit und Ort ihrer Gestellung, und dannging die Rekrutirung derselben genau zu derselben Zeit und in derselbenWeise wie die der römischen Truppen durch höhere Staatsbeamte vorsich, welche von dem Senat speciell dazu gesandt worden waren.

Aus alle dem Gesagten geht hervor, dass die römischen Truppen,im Frühjahr unmittelbar vor dem Feldzug einberufen , im Herbst nachBeendigung desselben entlassen, und auf ihre eigenen Kosten dienend,ähnlich wie die griechischen bis zum vierten Jahrhundert, nur a u f Z e i tgeworbene waren und dieselben Mängel in militärischer und staat-licher Beziehung haben mussten, wie jene. Sie konnten nicht auf weiteEntfernungen von Born ausziehen, keine weiten und lange dauerndenFeldzüge machen, keine dauernden Erfolge erringen, die unterworfenenVölker nicht im Gehorsam erhalten, noch sich in deren Ländern fest-setzen. Der Mangel an beständig vom Staate unterhaltenen Truppen,der bei den inneren Streitigkeiten zwischen Patriciern und Plebejern dieRegierung der Möglichkeit beraubte, alle Kräfte Roms gegen die äusserenFeinde zu kehren, war der Grund, dass die unterworfenen Völker sichunaufhörlich empörten und nicht selten Rom in die schwierigsten Lagenbrachten, und dass bei aller Ueberlegenheit der Römer über ihre Feindein Organisation der Truppen und Kriegswesen, bei all ihrem Muth undihrer Tapferkeit Rom an Macht und Kraft doch nur sehr langsam wuchs.

Aber der Krieg der Römer mit den Vejentern und die fast 10jährigeBelagerung der Stadt Veji durch die Ersteren (404395j gaben Veran-lassung zu einigen wichtigen Neuerungen in der militärischen Organisa-tion und Einrichtung der Römer und bilden deshalb eine hemerkenswertheEpoche in ihrer Geschichte. Die wichtigste aus der Zahl dieser neuen Ein-richtungen war die Einführung der Zahlung von Löhnung, Lieferung vonLebensmitteln, und die Beschaffung der Ausrüstung an die Truppen. Derrömische Senat, fest entschlossen, die reiche, mächtige und gegen Romäusserst feindliche Stadt Veji zu unterwerfen, hatte in der Voraussicht,dass die Vertheidigung hartnäckig und die Belagerung beschwerlich undlangwierig sein werde, ans freiem Antriebe, ohne irgend welche Auf-forderung von Seiten des Volkes, schon vor Beginn des Krieges 'gegenEnde des Jahres 405, oder Anfang 404) angeordnet, dass das Fussvolkkünftighin aus dem öffentlichen Schatz eine Geldlölmung erhalten solle,und zwei Jahre später (402) auch der Reiterei dasselbe Recht eingeräumt.Diese Löhnung betrug anfänglich 3 Ass (ungefähr 6V 2 7 Kopeken