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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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408 II- Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d." Gr.

massige Lieferungen der Gegend, durch welche es zog, oder in welcheres operirte, wie dies natürlicher Weise die bequemste und sogar ein-zig mögliche Art der Unterhaltung bei der Raschheit und weiten Ausdeh-nung seiner Züge und Operationen war. Aber in bestimmten Entfernun-gen legte er grosse Vorrathsmagazine an, aus welchen seine Truppen beider Vorwärtsbewegung verpflegt wurden und Lebensmittel für so vielZeit mit sich trugen oder anderweitig mit sich führten, als es von Alexan-der befohlen war. Als er den Hydaspes und Indus hinabfuhr, und wäh-rend seines Zuges durch Gedrosien befanden sich die Lebensmittel aufder Flotte.

Die Schlachten Alexander's zeichnen sich besonders durch seine ge-schickten taktischen Anordnungen aus und verdienen in dieser Beziehungeine eingehende Aufmerksamkeit. Ein hervorragender Zug derselben istder Angriff mit einem (meistens dem rechten) Flügel oder mit beiden inschräger Schlachtordnung auf einen oder beide Flügel des Gegners inFront, Flanken und Rücken. Hierbei wurden alle Bewegungen undActionen seiner Truppen mit der grössten Regelmässigkeit und Genauig-keit ausgeführt, und jeder Theil, jede Truppengattung kam stets in einerihrer Bestimmung, Bewaffnung und Formation, dem Terrain, der Auf-stellung und den Massregeln des Feindes und allen Umständen vollkom-men entsprechender Weise zur Verwendung.

Alexander verstand im höchsten Grade die Kunst, in der Schlacht zusiegen, aber in nicht geringerem Maasse verstand er es auch, seine Siegeauszunutzen und alle Vortheile daraus zu ziehen. Nie aber liess er sichdurch den Sieg fortreissen, nie opferte er über der Verfolgung des ge-schlagenen und fortab ungefährlichen Feindes wichtigere und näher lie-gende Vortheile auf. Wenn dagegen die Umstände und die Nothwendig-keit es erheischten, so verfolgte er den Feind mit unglaublicher Anspan-nung der Kräfte, und mit äusserster Schnelligkeit und Entschiedenheit.Das Erstaunlichste in dieser Beziehung leistete er bei der Verfolgung desDarius und Bessus.

Endlich stellen die Belagerungen, welche Alexander ausführte, ihnauch noch in die Zahl der geschicktesten Belagerer des Alterthums, vondenen nur Wenige ihm ähnlich, noch Wenigere ihm gleich waren.

Deshalb hat, in gerechtem Erstaunen über seine geniale Begabungund über seine wunderbaren Kriegsthaten, die Nachwelt Alexanderzu der kleinen auserlesenen Schaar der grössten Feld-herren der Welt und aller Zeiten und Völker gezählt undihn als Muster aufgestellt, das des Studiums und der Nachahmung imhöchsten Maasse würdig sei*).

*) Hierzu s. Beilage II. und III.