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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
Entstehung
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Fünfzehntes Kapitel.

Die Feldzüge Alexanders d. Gr. (336324).

(Fortsetzung.)

§. 98. Feldzug in Indien (327326). Schlacht am Hydaspes. §. 99. LetzterFeldzug und Rückzug aus Indien nach Persien (326325). §. 100. AllgemeineBetrachtungen über Alexander als Feldherr und über die Art und Kunst seinerKriegführung.

§.98.Feldzug in Indien (327326). Schlacht am Hydaspes.

Nach der Eroberung des persischen Eeiches unternahm Alexanderdie Eroberung Indiens, wozu ihn theils seine lebendige Phantasie, welchevon allem Wunderbaren, Ungewöhnlichen angezogen wurde, theils seinDrang nach Eealisirung seiner weitreichenden Pläne in Bezug auf Po-litik und Welthandel, theils sein Ehrgeiz trieb, welcher zu dieser Zeit,da er sich bereits göttliche Abstammung vindicirte und forderte, dassman ihm göttliche Ehren erweise, schon die Grenzen der gesunden Ver-nunft überschritten hatte. Beseelt von dem Wunsche, den erobertenreichen Provinzen Asiens und Afrikas auch noch das Land beizufügen,das durch seine noch grösseren, ja unerschöpflichen Reichthümer be-rühmt war, mit denen es, dem allgemeinen Glauben zufolge, ganz Asienim Ueberfluss versorgte, wollte Alexander jetzt die Grenzen seinerneuen Weltmonarchie gen Osten bis zu den, nach damaligen geographi-schen Begriffen, äussersten Grenzen der Welt, dem Flusse Ganges unddem indischen Ocean ausdehnen.

Als er den Entschluss zur Eroberung Indiens fasste, konnte er nuräusserst unvollkommene und falsche Vorstellungen von diesem'Landehaben. Sie beschränkten sich auf das, was ihm Kundschafter berichtet,oder die Bewohner der östlichen an Indien grenzenden Provinzen des bis-herigen persischen Reiches mitgetheilt hatten. Deshalb aber war es einfür ihn sehr glücklicher Umstand, dass zwei der bedeutendsten und mäch-

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. J. 1. 25