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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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14. Die Feldziige Alexanders d. Gr. 379

§.96.Sechster Feldzug in Sogdiana (329).

Nachdem er seine Cavallerie ans den im Lande sich vorfindendenPferden wieder ergänzt hatte (eine grosse Zahl derselben war bei demZug durch den Kaukasus und Oxus gefallen), setzte Alexander seinenMarsch nach Norden weiter fort und kam zuerst nach Marakanda (demheutigen Samarkand in Buchara) , der Hauptstadt von Sogdiana, unddann zu dem Flusse Iaxartes (heute Sihun oder Syr-Darja), der gegenNorden hin die äusserste Grenze des'persischen Reiches bildete (jenseitsdesselben lagen schon die weiten Steppen der asiatischen Scythen). Aufdem Wege von Marakanda zum Iaxartes hatte Alexander beim Ueber-gange über den Kamm der Oxischen Gebirge ein hitziges Gefecht mit denwilden Eingeborenen zu bestehen, die in einer Stärke von etwa 30,000Mann sich aufgestellt hatten, schlug sie, wurde aber selber schwer ver-wundet.

Am Iaxartes angelangt, zwang er die Bewohner (!es linken Ufers zurUnterwerfung und legte in die wichtigsten Städte desselben macedonischeBesatzungen. Bald aber empörten sich diese Stämme, mit denen sicheine Menge Sogdianer und Baktrier verbanden, machten die macedoni-schen Garnisonen nieder, schlössen sich in sieben Städte ein und setztendieselben in Vertheidigungszustand. Alexander, seiner Wunde nicht ach-tend, eilte sofort und schleunigst zu der nächsten der aufständischen Städte,Gaza (in der Umgegend des heutigen Chokand 1 , und nahm sie mit Sturm.Zur Strafe für den Aufruhr wurde diese Stadt zerstört, die männliche Be-völkerung niedergemacht, die Frauen und Kinder in die Sklaverei ver-kauft. Dann wurde das am stärksten von allen Städten befestigte Cyro-polis, der Sage nach von dem älteren Cyrus erbaut, und noch zwei andreStädte ebenfalls erstürmt und hatten das gleiche Schicksal. Die Bewohnerder drei übrigen Städte verliessen dieselben und suchten zu entkommen,wurden aber von der Reiterei Alexander's eingeholt und theils niederge-hauen, theils in Gefangenschaft geschleppt, ein Theil ergab sich. Umkünftighin diese Gegenden besser in Gehorsam zu erhalten, begannAlexander am Iaxartes, östlich und in nicht weiter Entfernung von demzerstörten Cyropolis, eine grosse starkbefestigte Stadt anzulegen, die erAlexandreschata oder das ferne Alexandrien nannte (etwa dasheutige Maraschan oder Margilan, östlich von Chokand). Inzwischenwaren auf die Nachricht von dem Aufstande der Stämme am Iaxartesdie Scythen in grosser Anzahl zu diesem Fluss herangezogen, in der Ab-sicht, wenn der Aufstand erfolgreich sein sollte, über Alexander herzu-fallen. Zu gleicher Zeit brach im Rücken Alexander's eine zweite Em-pörung aus, deren Urheber und Haupt Spitamenes war, einer der frühe-