12. Die Macedonier. 311
bei der Verdoppelung der Zahl und Stärke der Phalanx die von Philippgetroffene Zusammensetzung derselben bei, nur mit dem Unterschiede,dass er die Zahl der zu ihr gehörenden leichten Infanterie und Reitereivermehrte: denn der Krieg mit den Persern war theils in den Gebirgen,theils in offenen Ebenen zu führen.
Die späteren griechischen und römischen, gleichwie die neueren
Taktiker haben die normale Zusammensetzung (Normal-Etat) und Stärke
der regulären macedonischen Phalanx oder Armee, in ihrer vollen Ent-
wickelung in folgender Weise angenommen und berechnet:
Die Phalanx bestand:
Aus schwerem Fussvolk oder Hopliten 16,384 Mann,
- mittlerem - - Peltasten 8192 -
- Reiterei (schwere und mittlere) 4096
"Summa 287672 -Mit den dazu gehörenden Avancirten
und Officieren aller Grade 30,000 Mann.
Folglich war:
Die Reiterei = % des mittleren Fussvolks, l / 4 des schwerenFussvolks, '/(; des gesammten Fussvolks, ','■, der ganzen Armee; dasmittlere Fussvolk = i f 2 des schweren Fussvolks, J / 3 des gesammten Fuss-volks, 2 / 7 der ganzen Armee; das schwere Fussvolk = 2 / 3 des gesammtenFussvolks, 4 / 7 der ganzen Armee.
Philipp stellte seine schwere Infanterie 16 Glieder tief auf, umihr dadurch eine genügende Festigkeit und Kraft zu Angriff und Verthei-digung zu geben, sie leicht verdoppelt, vervierfacht etc. tief machen zukönnen, wenn die Macht ihres Stosses erhöht werden sollte, oder sie halbso tief stellen zu können, ohne dadurch die Festigkeit und Kraft dieserAufstellung zu schwächen.
Die erste kleinste Grundeinheit der macedonischen Phalanx war derLochos oder die Rotte von 16 Hopliten. Sie zerfiel in 2 Dimörien,eine Dimörie in 2 Enomotien. Der vorderste Mann im Lochos befeh-ligte diesen und hiess Lochagos: der hinterste oder letzte Mann derRotte, Uragos*), war verpflichtet, die Ordnung im Lochos aufrecht zuerhalten. Beide waren aus der Zahl der besten, zuverlässigsten, tapfer-sten Krieger ausgesucht.
Weitere Eintheilungen der Phalanx wurden gebildet durch Zusam-menstellung von zwei, vier, acht und sechszehn Lochen. So bildeten zweiLochen eine Di 1 ochie, zwei Dilochien eine Tetrarchie, zwei Tetrar-chien eine Taxiarchie, und endlich zwei Taxiarchien ein Syntagmaoder Xenagie, d. h. ein regelmässiges Quadrat zu 16 Hopliten Front
*) o'jpafds = Schwanzfiihrer. — Anmerk. d. Uebers.