12. Die Macedonier. 309
Die Zusammensetzung. Stärke und Organisation der Phalanx wirdunten specieller nachgewiesen (§. 81).
Die Argyraspiden oder Silber Schildträger, so genannt nachihren leichten mit silbernen Platten belegten Schilden, bildeten beiAlexander dem Grossen auch eine Schaar der königlichen Leibwache,und ihrer Bewaffnung nach gehörten sie in dieselbe Reihe mit den mace-donischen Peltasten.
Bei dem leichten Fussvolk waren die Agrianer' die besten Bogen-schützen, aus dem kriegerischen und tapfern thracischen Stamme der Agria-ner entnommen, die inmitten des Hämnsgebirges jetzigen Balkan) wohnten.
Die Reiterei bestand aus: 1) schwerer. — Hetären, 2) mittlerer —Di machen"), und endlich] 3) leichter — macedonische. thessalischennd besonders päonische und thracische leichte Reiter.
Die erste Stelle unter den Schaaren der königlichen Leibwache undin dem gesammten Heere nahmen die Hetären ein. die beständigen, un-erschrockenen und würdig befundenen Genossen und Gefährten Philipp'snnd besonders Alexanders des Grossen, welcher immer und in allenseinen Schlachten an ihrer Spitze oder von ihnen umgeben kämpfte undalle Mühen und Gefahren des Krieges mit ihnen theilte. Die Hetärenwaren in acht Ilen getheilt (Schwadronen) zu 200. nach Anderen zu 225Mann jede, — im Ganzen waren es also 1600 oder 1800 Hetären. — Die■erste Ile, stärker als die übrigen, war die angesehenste nnd hiess d i ekönigliche.
DieDimachen. von Alexander d. Gr. errichtet, waren bei der Reiterei,was die Peltasten beim Fussvolk waren, hatten gleich jenen eine nach Artund Gewicht mittlere Bewaffnung und Ausrüstung und kämpften zu Pferde,im Fall der Noth aber sassen sie ab und fochten auch als Fusstruppe.
Die Bewaffnung der macedonischen Krieger war im Allgemeinen dieder Griechen, aber bedeutend vervollkommnet. Die schwere Infanteriehatte Schwerter, mit denen sie stechen und hauen konnte. und grossemannshohe Schilde. Ihre Hauptwaffe aber war dieSarissa. eine 24Fuss lange Pike. Die Argyraspiden und Peltasten waren leichter be-waffnet, als die schwere Infanterie. und die Dimachen leichter als dieschwere Cavallerie, nämlich: mit leichten Panzern und Schilden, Schwer-tern und Speeren, die auch zum Wurf zu gebrauchen waren. Die schwereReiterei war mit Schwertern. Schilden und langen Lanzen bewaffnet. —die leichte theils mit leichten Lanzen und Wurfspiessen. theils mit Bogen.Bei der schweren Reiterei waren Pferde und Reiter ganz mit Schuppen-panzern bedeckt.
Philipp nnd Alexander fingen auch zuerst an Wurfmaschinen im
*) Dimachen = auf zweifache Art Kämpfende. — Anmerk. d. Uebers.