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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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260 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

Ansehens, solcher Liebe und solches Einflusses , wie bis dahin in dieserGegend noch kein Grieche es in gleichem Maasse erlangt hatte, und be-fehligte ein Heer, dem an Zahl, Vorzüglichkeit der Ausrüstung und Geistein gleiches bis jetzt noch Niemand unter den Griechen ausserhalb derGrenzen Griechenlands geführt hatte. Und auch die spartanische Flottewar zu dieser Zeit unter seinen Oberbefehl gestellt.

Endlich war auch die Treue einiger bedeutenden und wichtigen per-sischen Satrapen, Grossen und Tributpflichtigen schon ins Schwankengeratheu und Viele von ihnen waren bereit, bei der ersten günstigen Ge-legenheit von Artaxerxes abzufallen und die Waffen gegen ihn zu er-greifen. Und stark in der Erkenntniss aller dieser günstigen Umständehatte Agesilaus schon fest das grosse vor ihm liegende Ziel ins Auge ge-fasst. Nach Abschluss des Vertrages mit Tithraustes zog er im Herbst 394durch Bithynien nach Paphlagonien. Pharnabazus war nicht zur Ver-teidigung gerüstet, so konnte des Agesilaus Marsch durch Bithynienstattfinden, ohne auf Widerstand zu stossen. In Paphlagonien ergabensich einige Städte, die anderen winden mit Gewalt genommen, das Landausgeplündert und verheert, und dadurch der Abschluss eines engenBündnisses zwischen Agesilaus und dem den Persern unterworfenenHerrscher oder König von Paphlagonien, Kotys, beschleunigt. Nach-dem er von diesem Letzteren 1000 Reiter und 2000 Mann Fussvolk zurVerstärkung erhalten hatte, führte Agesilaus sein Heer aus Paphlagoniennach Dascylium, um es dort in Winterquartiere zu legen, es mit reich-lichem Unterhalte auf Kosten des feindlichen Landes zu versorgen unddurch dort gemachte reiche Beute es für seine Mühen und guten Dienstezu entschädigen. Da Pharnabazus keine Infanterie hatte, welche er demgriechischen schweren Fussvolk mit Erfolg hätte entgegenstellen kön-nen , so fiel auch sein und seiner Untergebenen Besitz dem Heere desAgesilaus zur Beute. Indessen konnte Agesilaus trotz aller Vorsorgeund Strenge die bei der Plünderung unvermeidliche Unordnung nichtganz verhindern. Das Heer des Pharnabazus aber war, obgleich nichtim Stande, in der erforderlichen Weise in grossem Maassstabe einenVertheidigungskrieg zu führen, dennoch sehr geeignet zur Führung deskleinen Kriegs, er selber aber war noch dazu in dieser Art Thätigkeitganz geschickt und nicht unerfahren. So führte er denn auch gegenvereinzelte Abtheilungen des Heeres des Agesilaus, welche zur Beschaf-fung von Lebensmitteln und auf Plünderung ausgezogen waren, einenziemlich erfolgreichen kleinen Krieg. Einst geschah es, dass eine 700Mann starke Abtheilung von des Agesilaus Heere, welche zu dem ge-nannten Zweck ohne Ordnung ins Feld gezogen war, plötzlich vonPharnabazus mit 400 Mann Reiterei und zwei Sichel wagen angegriffen,in Verwirrung gebracht und mit Verlust von 100 Mann aus einander ge-