Zehntes Kapitel.
Krieg Spartas mit den Persern und den griechischenBundesgenossen. Feldzüge des Agesilaus (399—387).
§. 67. Krieg Spartas mit den Persern (399—394). — §. 68. Krieg Spartas mit denPersern und griechischen Bundesgenossen (394—387).
Quellen: Xenophon 's griechische Geschichte, Diodor von Sicilien, und die frühergenannten.
§.67.Krieg Spartas mit den Persern.
Die Hülfe. welche Sparta und die Ionier dem jüngeren Cyrus ge-leistet hatten. brachte nach des Cyrus Niederlage und Tode Sparta infeindliche Beziehungen zu den Persern und zwang die Ionier, nach derErnennung des Tissaphernes an Cyrus' Stelle, in Furcht vor der Rachedes neuen Satrapen, Sparta um Schutz und Hülfe zu bitten. Die sparta-nische Regierung, welche von den Persern weder Freundschaft, nochMitwirkung mehr erwartete und aus dem Rückzuge der 10.000 Griechenschon die Feindschaft der Perser verachten gelernt hatte, freute sich derGelegenheit, ihre eigne Macht auch an den Ufern Kleinasiens zu befesti-gen, nahm die Ionier gern unter ihren Schutz und schickte im Frühjahr399 ein Truppencorps von 5300 Mann (1000 Lacedämonier, grössten-theils Neodamoden. 4000 Mann verbündeter Contingente und 300 Mannathenischer Reiterei) unter des Spartaners Thimbron Befehl nach Ionien.Die Wahl dieses Führers war keine glückliche. Thimbron entwickeltegar keine Feldherrngaben, führte sein Commando in schlaffer Weise, ge-stattete die gröbsten Unordnungen und Plünderungen und erregte da-durch den höchsten Unwillen der Ionier. Anfänglich wurde er, durchdes Cyrus Heer (ungefähr 5000 Mann) unter Xenophon's Befehl unddurch ionische Truppen verstärkt, in eine Menge ionischer Städte einge-lassen. Bald aber lehnten einige andere Städte dies entschieden ab, sodass er gezwungen war, einige mit Gewalt zu nehmen; Larissa im alten