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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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244 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum ToderAlexander's d. Gr.

äussersten linken, die dritte in der Mitte *). In dieser Formation rücktedas Heer gegen den Berg vor. Chirisophus und Xenophon führten per-sönlich, der eine die rechte, der andere die linke Flügelabtheilung desleichten Fussvolks zur Umgehung der Flanken des Feindes. Die Kolchierschoben ihre Flügel nach rechts und nach links aus einander, wobei inder Mitte eine Lücke entstand. In diese Lücke stürzte gleich der Theilder griechischen leichten Infanterie, welcher in der Mitte marschirte, denLochen der Hopliten voraus und erreichte zuerst den Gipfel des Berges.Hinter dieser folgten, um sie zu unterstützen, die nächsten (arkadischen)Hopliten. In den Flanken umfasst, in der Front bedroht und im Centrumdurchbrochen, hielten die Kolchier^ den Stoss nicht aus und zerstreutensich nach allen Seiten. Die Griechen waren ohne einen Mann zu verlierenin den Besitz des Berges gelangt und fanden oben nun eine grosse ZahlDörfer mit reichen Lebensmitteln, in denen sie vier Tage verblieben.Darauf gelangten sie in vier Tagemärschen endlich nach Trebisond oderTrapezunt, einer grossen, stark bevölkerten, handeltreibenden, reichenStadt an den Ufern des Pontus Euxinus, eine von den griechischen Be-wohnern von Sinope im kolchischen Lande einst gegründete Golonie.Hier sah sich das Heer des Cyrus nach einem Zuge von 5 l tiö 1 /^ Monatvon Kunaxa ab (also ungefähr Mitte Januar 400) zum ersten Male wiederunter Stammesgenossen, fand von deren Seite den herzlichsten Empfangund brachte in Dankbarkeit gegen die Götter für ihre Errettung und inErfüllung der abgelegten Gelübde allgemeine Opfer dar und hielt öffent-liche Spiele ab.

Im Allgemeinen kann also dieser Theil des Rückzugs der 10,000Griechen (vom Kentrites nach Trapezunt) wie ein gewöhnlicher Kriegs-zug in feindliches, mühsam zu durchschreitendes Land angesehen werden,durch welches sich die Griechen nur den Weg zur Erreichung der Uferdes Pontus Euxinus hatten bahnen wollen. Sie verloren bei diesem Zugemehr durch den Schnee und die Winterkälte in den Bergen, als durchdie Waffen der Feinde.

*) Xenophon's Anabasis, viertes Buch, §. 45. Hieraus folgt: 1) dass bei die-ser Gelegenheit im Heere des Cyrus ungefähr 8000 Hopliten sich befanden (wo-runter vernrathlich nur die in Keihe und Glied unter den Waffen stehenden gemeintsind, nicht aber die Verwundeten, Kranken etc. denn bei Cerasus werden, wieXenophon später angiebt, 8600 Hopliten) gezählt und ca. 1800 Mann leichtes Fuss-volk, mit der Kelterei also, die wahrscheinlich nicht über 40 Mann betrug, imGanzen 9840 Mann, und 2) dass die Griechen schon ein Viertel ihrer anfänglichenStärke eingebüsst hatten (12,100 Hopliten und etwa 2000 Psiloi, im Ganzen 14,100Mann, s. oben). Es ist deshalb wahrscheinlich, dass beim Angriff auf den kol-chischen Berg die Hopliten nicht mehr als acht Mann tief standen, und dass folglichdie Lochen ein Viereck bildeten (nach unsern heutigen Begriffen eine Colonne), dasacht Glieder Tiefe und zwölf Rotten Front hatte.