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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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232 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

hinfort weder die Märkte besuchen, um Lebensmittel zu kaufen, nochWegweiser erhalten, befanden sich noch inmitten des persischen Reichs,in weitester Ferne von Griechenland, wohin der directe Weg ihnen durchunpassirbare Flüsse und Gebirge versperrt war, und hatten, um das Un-glück voll zu machen, keine Reiterei. Alles dies erregte ihre Sorge,Furcht und Verzagtheit in so hohem Grade, dass im ersten MomenteNiemand von ihnen daran dachte, die Mittel zu ergreifen, welche zu ihrerRettung unerlässlich waren. Unter diesen Umständen war es ein doppeltesGlück, dass die Perser nicht zur selben Zeit gleich einen Angriff auf siemachten, und dann namentlich, dass sich unter ihnen ein Mann fand, derGeistesgegenwart, Energie und ausgezeichnete Begabung in dem Maassebesass, um der Sache plötzlich eine andere Wendung zu geben und dieGriechen vom offenen Verderben zu erretten. Dies war der 27- oder28 jährige Xenophon, ein Athener, der dem Heere als Freiwilliger gefolgtwar, auf Bitten seines Freundes Proxenus, eines der von den Perserngefangenen Heerführer. Sein starker Geist, sein gesundes Urtheil,sein scharfer Verstand und seine hinreissende Beredtsamkeit ermuthig-ten zuerst wieder die Abtheilung des Proxenus und belebten danachdas ganze Heer, und es gelang ihm, Alle davon zu überzeugen, dassdie sofortige Wahl neuer Führer und dann Ausdauer, Umsicht und Thä-tigkeit erforderlich sei, um sie Alle von der Gefahr zu erretten. Aufseinen Rath wurden fünf neue Anführer gewählt, darunter er selbst. Dadie Hegemonie oder die oberste Gewalt in Griechenland jetzt Sparta zu-gefallen war, so wurde auch der Oberbefehl, an Stelle des SpartanersKlearchus, dem Spartaner Chirisophus übertragen. Die neuen Befehls-haber hauchten den Truppen neue Kraft, Muth und Hoffnung auf Erret-tung ein, und auf Xenophon's Rath wurde einstimmig beschlossen: 1) alleFahrzeuge, Zelte und die überflüssige Bagage zu verbrennen, um dieBewegung möglichst zu erleichtern, 2) die strengste militärischeOrdnung und Disciplin aufrecht zu erhalten, um den schädlichen Unge-horsam und alle Unordnung zu verhüten, 3) in Form eines hohlen Vier-ecks zu marschiren, in dessen Mitte das leichte Fussvolk, die Sklavenund Lastthiere sich befinden sollten.

Dies Alles wurde pünktlich ausgeführt: alle Fahrzeuge, Zelte undüberflüssige Bagage wurden verbrannt, die für den Zug allernothwen-digsten Sachen gleichmässig unter sie Alle vertheilt. Dann, als Alleszum Zuge bereit war, überschritt das Heer, etwas weniger als 10,000Combattanten stark, den Zabatus und zog nun am linken Ufer den Tigrisstromauf, bald näher, bald weiter vom Fluss, durch ein ebenes offnesLand, in der vorgeschriebenen Ordnung, d. h. in einem Viereck formirt,das aus vier kleinen Phalangen gebildet war, von welchen die vordersteund hinterste in Front marschirten, die beiden an den Seiten aus der