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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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V Dur peloponnesische Krieg. 215

stellen und ernannten Alcibiades zum Oberfeldherrn aller Streitkräftedes Staates (411).

Unter diesen Umständen war es ein Glück für die Athener, dass diepeloponnesische Flotte, die an der Küste von Kleinasien lag, abermals inUnthätigkeit versetzt war, denn Tissaphernes, missvergnügt über dieAnnäherung der Peloponnesier an Pharnabazus, hatte abermals die Sold-zahlungen an die Flotte eingestellt. Die nach dem Hellespont gesandten10 Dreiruderer der Peloponnesier wurden durch einen Sturm auseinander-gesprengt, und zum peloponnesischen Bunde trat nur Byzanz. Einezweite peloponnesische Flotte schlug dann bei der Insel Euböa 36 athen-ische Dreiruderer, in Folge dessen Euböa zum peloponnesischen Bundeübertrat, in Athen die frühere demokratische Regierungsform wieder her-gestellt, Alcibiades zurückberufen und als Oberfeldherr der bewaffnetenMacht des Staates bestätigt ward (411).

Von dieser Zeit an waren vier Jahre lang '411 408., welche dieglänzende Periode der Befehlsführung des Alcibiades bilden, die atheni-schen Waffen noch einmal, aber das letzte Mal, von bedeutenden Erfolgengekrönt, die Athen fast allein der Führung des Alcibiades verdankte.Der erste war der Sieg bei Abydus, welchen Thrasybulus und Thrasyllus,die Anführer der athenischen Flotte, über die unter MindaiW Befehlvon Milet zu gemeinschaftlicher Action mit Pharnabazus nach dem Helles-pont gekommene peloponnesische Flotte erfochten (411 v.Chr.) Aber-mals an den Gestaden des alten Troja von der gesammten athenischenFlotte geschlagen, welche sich bei Sestus gesammelt hatte, ging diepeloponnesische Flotte nachCyzikus, wo sie sich mit dem Landheere desPharnabazus vereinigte (411). Alcibiades, der einsah, dass rasche undentscheidende Schritte gethan werden müssten, da alle Quellen der Ein-künfte für die Athener fast gänzlich erschöpft oder verloren waren," segeltemit 86 Dreiruderern direct nach Cyzikus, schlug dort die peloponne-sische Flotte und das Landheer des Pharnabazus aufs Haupt und nahmdie ganze feindliche Flotte weg (Ende 410).

Diese drei Siege, vornehmlich der letzte, gaben den Athenern ein er-hebliches Uebergewicht über die Peloponnesier, welche durch den Ver-lust ihrer Flotte in eine sehr schwierige und gefahrvolle Lage versetztwaren. Auf den Sieg bei Cyzikus folgten nach einander mehrere neue Er-folge der Athener. Nachdem Alcibiades Lampsakus genommen und be-festigt hatte, schlug er nahe bei Abydus zu Lande den Pharnabazus undvollbrachte im Winter 110 409 einige glückliche und für die Athenernutzbringende Einfälle in das Innere der Provinzen des Pharnabazus, wo-bei die Bewohner dieser Gegenden umgebracht wurden. Im Jahre 408wendete.er sich mit seiner Hauptmacht gegen Chalcedon und Byzanz,um die Peloponnesier der Mittel zu berauben, die Athener an der Ein-