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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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144 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.

kleinen Abteilungen, welche Ilae Messen und eine länglich viereckigeForin der Front, in der Tiefe aber nur 4 Pferde hinter einander hatten.Wenn die Oertlichkeit oder das Terrain eine stärkere Tiefe der Den er-forderten, so machten nur die vordersten Glieder den Angriff, die hinterenblieben in Reserve. Die Zwischenräume zwischen den Ilen und den an-deren Abtheilungen der Reiterei waren bedeutend grösser als die zwischenden Abtheilungen des Fussvolks. Einige griechische Schriftsteller er-wähnen eine Formation der Reiterei in Keil- oder Rhombusformganz volle Dreiecke oder Vierecke, deren eine Spitze dem Feinde zuge-wendet war): es scheint aber, dass die Keilform nur bei den Scythen,Thraciern und anderen uncivilisirten Völkern angewendet wurde, dieRhombusfonn nur bei der thessalischen und ätolischen Reiterei.

In der Gcsammtfront der Schlachtordnung stand die Phalanx, alsder wichtigste Heerestheil, von dem der Ausgang der Schlacht abhing,in der Mitte. Die Psiloi befanden sich, je nach den Umständen, vor derPhalanx oder in den Flanken, oder in den Zwischenräumen, auch hinterder Phalanx, um den feindlichen Angriff gegen deren Front zu erschwe-ren, oder die Flanken zu decken, oder von hinten her im Bogen ihreWurfgeschosse zu schleudern. Bisweilen waren Psiloi in kleinen Ab-theilungen den Reitergeschwadern beigegeben. Ihre Hauptaufgaben aberwaren: die Sicherung des eigenen Heeres und seines Lagers vor unver-mutheten feindlichen Angriffen, die Besetzung von Anhöhen, Wäldern,Legung von Hinterhalten, Eröffnung des Gefechts, Verfolgung des ge-schlagenen Feindes gemeinschaftlich mit der Reiterei, Deckung des Rück-zugs der eigenen Truppen, überhaupt der gesammte Felddienst derleichten Truppen. Es lässt sich nicht ganz bestimmt nachweisen, wo diePeltasten ihren Platz in der Schlachtordnung hatten: es scheint, dass siedie Flanken der Phalanx deckten, wie oben gesagt wurde. Die Reitereistand, den Umständen gemäss, auf einem oder auf beiden Flügeln derPhalanx; die Akrobolisten fochten stets in zerstreuter Ordnung, indemsie den Feind mit Pfeilen und Wurfspiessen beunruhigten und im geeig-neten Momente mit Lanze und Schwert ihn angriffen; die Kataphrakten,stets in geschlossener Ordnung kämpfend, wurden nur zur Ausführungentscheidender Stösse mit den Handwaffen gebraucht.

§. 39.

Vorzüge und Mängel, Vortheile und Nachtheile der Phalanx.

Der Hauptvorzug und Nutzen der Phalanx bestand in ihrer Undurch-driuglichkeit, ihrer ungemeinen Festigkeit und Kraft, begründet in derTiefe ihrer Aufstellung und in dem gegenseitigen festen Zusammenhangealler ihrer Theile. Es war schwer, ihrem Stosse zu widerstehen, wennsie in der offnen freien Ebene auf kurze Entfernung angriff, und so lange