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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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138 U. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.

Rathsversammlungen aller griechischen Städte beschlossen, während derKriege mit den Persern belmfs Fortsetzung derselben 10,000 Mann Fuss-volk, 1000 Mann Reiterei und 100 grosse Seeschiffe zu halten. DieseMassregel, obgleich nur zeitweilig und exceptionell, ist daher das ersteBeispiel stehender Heere bei den Griechen. Als später dieGriechen die Kriege über die Grenzen ihres Landes hinaus trugen, wurdedas Bedürfniss nach grossen Heeren und nach Mitteln, um deren Ersatzzu vermehren und deren Abgang zu decken, immer fühlbarer. Und des-halb warben die Griechen, ausser freien Bürgern, allmälig auch eineimmer grössere Zahl von Fremden, Freigelassenen und Sklaven für ihreHeere an und vermehrten besonders ihre Miethstruppen. Die Athenergaben in der Periode ihrer grössten Macht und Ruhmes (470 bis430) undim peloponnesischen Kriege, den sie hauptsächlich mit Soldtruppeuführten, das erste Beispiel hierzu. Bald ahmten die andern Völker Grie-chenlands dem nach, und die oben angegebene Ersatzart wurde raschdie allgemein gebräuchliche.

Bis zur Zeit der peloponnesischen Kriege bildeten trotzdem die mili-tärische Organisation und Einrichtungen der Griechen in Verbindung mitdem sie alle beseelenden Gefühle der Vaterlandsliebe und der Liebe zurFreiheit und zum militärischen Ruhme, nebst ihren bürgerlichen undmilitärischen Tugenden den hauptsächlichsten Grund der Stärke, Grösseund des Ruhmes Griechenlands.

Aber der unselige peloponnesische Krieg war von üblem Einflussauf die Organisation und den kriegerischen Geist der Griechen. Indemer Griechenland verheerte, es aufs Aeusserste aussog und erschöpfteund einen beträchtlichen Theil seiner Bevölkerung ruinirte, verbreiteteer zugleich Ueppigkeit und Sittenverderbniss und gewöhnte die Griechendaran, als Miethstruppen zu dienen. Von ihrem unruhigen Geiste undihrer Gewinnsucht getrieben, hatten sie (zuerst die kleinasiatischen,später auch die europäischen Griechen) schon früher bei asiatischen, afri-kanischen und anderen Völkern fremden Stammes für Geld gedient. Nachdem peloponnesischen Kriege aber nahm diese für sie schimpfliche undfür Griechenland verderbliche Gewohnheit solche Dimensionen an, dassdie persischen Könige und Satrapen, die Karthager und andere Völkerund Staaten ohne Mühe ganze Corps griechischer Söldner miethen konnten,und dass selbst die Bürger Spartas sich nicht schämten, für Geld inasiatischen Heeren zu dienen. Die natürliche Folge war die, dass dieBevölkerung Griechenlands immer mehr abnahm, die griechischen Regie-rungen aber, ihrer besten Bürger beraubt, und da sie sich auf die übrig-bleibenden, schwächlichen und kriegsuntauglichen nicht verlassen konn-ten, absolut gezwungen waren, ihre Gebiete dem Schutze von Söldner-truppen anzuvertrauen. Die allgemeinen Mängel dieser Truppen sind